Börse in Frankfurt
Schwächelnder Dax bleibt über 13.100 Punkten

Frankfurt/Main (dpa) - Die am Montag zunächst leicht negative Stimmung am deutschen Aktienmarkt hat sich gegen Handelsschluss verstärkt. Aktuell seien die Risiken für Engagements an der Börse sehr hoch.

Montag, 09.12.2019, 18:22 Uhr aktualisiert: 09.12.2019, 18:24 Uhr
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland.
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen

«Das klingt wenig attraktiv», erklärte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets die fehlende Käuferlust. In dieser Woche nämlich warten auf die Anleger zahlreiche Unsicherheiten.

Der Dax beendete den Tag mit minus 0,46 Prozent auf 13.105,61 Punkte knapp über seinem kurz zuvor erreichten Tagestief. Der MDax hielt sich mit 0,13 Prozent im Plus und stieg auf 27.378,46 Zähler.

Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,55 Prozent auf 3672,18 Punkte abwärts. Ähnliche Verluste verbuchte der Cac-40 in Paris. In London dagegen verlor der FTSE 100 nur minimal. In den USA gab der Wall-Street-Index Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss um 0,2 Prozent nach.

Auf der Agenda stehen im Wochenverlauf die Zinsentscheide der Europäischen Zentralbank (EZB) und der US-Notenbank sowie die Wahl in Großbritannien. Am Sonntag könnten, falls es im Zollstreit nichts Neues gibt, weitere US-Zollmaßnahmen gegen China in Kraft treten. Und dies, nachdem China aktuellen Daten vom November zufolge die Auswirkungen Zollkonflikts mit den USA erneut zu spüren bekam: Die Ausfuhren waren im vergangenen Monat überraschend gefallen.

Während im Dax an diesem Montag spannende Nachrichten Mangelware blieben, waren vor allem zwei MDax-Unternehmen bei Anlegern besonders begehrt. So schnellten die Anteile des Lichtspezialisten Osram um knapp 15 Prozent auf 44,24 Euro hoch. Die österreichische Konkurrentin AMS war im zweiten Anlauf mit ihrer Übernahmeofferte für den Münchner Lichtspezialisten erfolgreich. Dass die Aktie über die gebotenen 41 Euro je Anteilsschein stieg, begründeten Händler mit Spekulationen. Der Erfolg von AMS sei alles andere als klar gewesen, hieß es.

Gleich hinter Osram machten die Aktien von Carl Zeiss Meditec ihre Verluste vom Freitag wieder mehr als wett. Bei 114,70 Euro toppten sie sogar ihr altes, Ende November erreichtes Rekordhoch. Sie beendeten den Tag schließlich mit einem Plus von knapp 11 Prozent nur 40 Cent unter ihrem neuen Höchststand. Die Deutsche Bank empfiehlt das Papier nach dem Kursrutsch vor dem Wochenende nun zum Kauf.

Dass der Start-up-Investor Rocket Internet und der Telekomanbieter United Internet im Zuge von Aktienrückkäufen ihre Überkreuzbeteiligungen abbauen, half nur den Rocket-Papieren. Sie gewannen 3,8 Prozent, während die Aktien von United Internet um 1,9 Prozent nachgaben. Das könnte allerdings auch an Nachrichten zur Tochter 1&1 Drillisch gelegen haben, denn wegen Datenschutzverstößen bittet eine Bundesbehörde die Mobilfunk- und Festnetztochter kräftig zur Kasse. Für 1&1 Drillisch ging es um 0,8 Prozent abwärts.

Im Dax belastete ein kritischer Bericht der «Financial Times» einmal mehr die Aktien von Wirecard. Dieses Mal ging es um rund einen Prozent abwärts. In dem zum Wochenstart veröffentlichten Artikel äußerte sich die Zeitung kritisch zur Berechnung des Bestandes liquider Mittel des Bezahldienstleisters im Jahr 2017. Wirecard betonte indes, dass die Positionen den Regeln des Rechnungsstandards IFRS entsprächen.

MTU rückten zugleich mit plus 1,3 Prozent an die Dax-Spitze. Zeitweise hatten die Anteile des Triebwerkherstellers ihren zuletzt starken Lauf sogar mit einer weiteren Bestmarke bei 265,60 Euro gekrönt.

Der Euro gab am frühen Abend etwas nach und kostete zuletzt 1,1066 US-Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1075 (Freitag: 1,1094) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9029 (0,9014) Euro. Am Rentenmarkt lag die Umlaufrendite wie am Freitag bei minus 0,32 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 144,33 Punkte. Der Bund-Future (März-Kontrakt) legte um 0,18 Prozent auf 172,41 Punkte zu.

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