Hypo-Vereinsbank zur Kreditvergabe in Corona-Zeiten
„Stabilität der Erträge vor der Krise wichtig“

Münster -

Der Bedarf ist in der Corona-Krise enorm: „Seit der Ankündigung der Hilfsmaßnahmen durch Bund und KfW sind aus Westfalen Kreditanfragen im Volumen von knapp einer Milliarde Euro bei uns eingegangen“, berichtete Thomas Horstmann, Leiter Firmenkundengeschäft Münsterland bei der Hypo-Vereinsbank (HVB) in Münster. „Allein 200 Millionen Euro davon kamen im Laufe der vergangenen Woche hinzu.“

Dienstag, 28.04.2020, 15:00 Uhr
Thomas Horstmann
Thomas Horstmann Foto: Hypovereinsbank

Dabei gehe es vorwiegend um Kredite der staatlichen Förderbank KfW , für die der Bund nun mit bis zu 90 Prozent haftet. „Die Förderkredite sind für Unternehmen eine interessante Möglichkeit, kurzfristig Liquidität zu sichern. Doch sie passen nicht immer“, weiß Horstmann . Zum Beispiel, weil die Laufzeiten oder die Anforderungen der KfW im Einzelfall unpassend für die Unternehmen sind. Dann vergebe die HVB auch bankeigene Kredite und trage manchmal nicht nur einen Teil, sondern auch das komplette Kreditrisiko.

Doch wie kann eine Kreditanfrage in einer schweren Absatzkrise für viele Unternehmen seriös geprüft werden? Horstmann sieht zwar eine große Planungsunsicherheit, vertraut aber auch auf althergebrachte Kriterien: „Die Stabilität der Erträge vor der Krise ist dabei besonders wichtig.“

Auch in schwer angeschlagenen Branchen hilft die HVB, Liquiditätslücken zu schließen. Horstmann nennt beispielhaft einen Firmenkunden aus der Veranstaltungsbranche. Der müsse Anzahlungen seiner Kunden zurückerstatten – dadurch würden die flüssigen Mittel knapp. „Das kann schnell mal siebenstellig werden“, betont der Geschäftsbereichsleiter der HVB. Im Maschinenbau, in dem zum Teil noch voll produziert werde, gebe es zum Teil ähnliche Probleme mit ausbleibenden Anzahlungen aus neuen Bestellungen aus dem internationalen Geschäft.

Aber in Zeiten der Corona-Pandemie sind nicht nur die Kredit-Ressourcen der Banken gefordert. „Viele Kunden sind verunsichert. Es ist uns sehr wichtig, sowohl Firmen- als auch Private-Banking-Kunden im Rahmen von persönlichen Gesprächen sowie regelmäßigen Experten-Calls über die aktuellen Entwicklungen zu informieren“, betont Horstmann. Mit Blick auf die hohe Nachfrage nach Förderkrediten würden zudem die Gründungs- und Nachfolgeexperten der Bank zurzeit die Fördermittel-Spezialisten unterstützen.

Auch Währungs- und Rohstofffragen sind laut Horstmann für viele mittelständische Firmenkunden derzeit wichtig. Diese stünden ebenso wie die Abwicklung des internationalen Zahlungsverkehrs im Fokus der Beratungen. Für das Export- und Importgeschäft sieht der Banker wieder erste Hoffnungszeichen: Vor allem aus China kämen positive Signale, macht Horstmann den westfälischen Unternehmern Mut.

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