Vermögens-Check
Reichtum für den Ruhestand

Münster -

Was empfehlen Profis zum Vermögensaufbau, um den Lebensstandard im Alter halten zu können? Leser der Westfälischen Nachrichten können sich per Vermögens-Check kostenlos Rat vom Fachmann holen.

Samstag, 28.03.2020, 08:00 Uhr
Vermögens-Check: Reichtum für den Ruhestand
(Symbolbild) Foto: colourbox.de

Sparen für den Ruhestand ist heute eher Pflicht als Kür. Denn es ist längst kein Geheimnis mehr, die gesetzliche Rente wird bei vielen kaum reichen, den Lebensstandard zu halten.

Besonders betroffen sind laut einer Studie der Universität Mannheim Frauen und die OECD warnt vor Altersarmut bei geringverdienenden Selbständigen in Deutschland. Aber wie vorsorgen, wenn es doch kaum mehr Zinsen für Erspartes gibt und bringt das auch noch etwas, wenn der Ruhestand schon greifbar ist? 

Von Anfang an rentabel sparen 

„Viele Berufsanfänger haben noch gar nicht realisiert, dass das gesetzliche Rentenversicherungssystem in seiner jetzigen Form die Altersarmut garantiert“, sagt Stefan Bauer, Geschäftsführender Gesellschafter bei der Franz Heinrich Bauer Asset Management aus Münster, „daher ist mehr und mehr Eigenverantwortung gefragt.“ Natürlich fällt es schwer, gerade in den Anfangsjahren im Berufsleben neben Familiengründung oder Immobilienerwerb auch noch etwas beiseite zu legen. Wer dennoch regelmäßig zum Beispiel in einen Fondssparplan oder ETF-Sparplan spart, „der schafft es über die lange Zeit, ein beträchtliches Vermögen aufzubauen“, weiß Anlagefachmann Bauer und warnt vor sogenannten „Provisionsgräbern“: „Also überteuerte Versicherungsverträge, vermeintliche Steuersparmodelle oder teure hauseigene Fonds der Bank um die Ecke.“

Damit der Zinseszinseffekt beim Vermögensaufbau hilft, sind der Faktor Zeit und die Anlage in Aktien entscheidend. Andere Sparformen schaffen es kaum mehr, die Inflation auszugleichen. Staatlich geförderte Riester- und Rürup-Produkte sind oft zu starr für moderne Erwerbsbiografien, ein Sparplan auf kostengünstige Indexfonds (ETFs) kann dagegen beliebig angepasst werden. Wird das Kapital schon vor dem Rentenalter gebraucht, ist das innerhalb von wenigen Tagen abgewickelt und es müssen keine Förderungen zurückgezahlt werden. 

Nie zu spät für Vorsorge 

Viele Deutsche halten Aktieninvestments immer noch für zu riskant. Gerade über lange Zeiträume betrachtet, sind Aktien im Großen und Ganzen eher eine sichere, rentable Anlageform in Produktivvermögen. Historisch bot die Börse im Vergleich zu vielen anderen Sparformen eher einen guten Schutz vor Inflation, Krisen und Währungsreformen. 

Und es ist nie zu spät, mit dem Ansparen loszulegen: „Auch wenn der Renteneintritt nicht mehr Jahrzehnte entfernt ist, macht es Sinn sich zu fragen, wieviel monatliches Sparpotenzial ich habe“, sagt Heiko Löschen vom Münsteraner Vermögensverwalter GSP Asset Management. „Ganz entscheidend ist es nur, wirklich sofort mit dem Sparen loszulegen.“ Oft lässt sich die eigene Ausgabensituation noch optimieren, etwa durch einen kritischen Blick auf angestaubte Versicherungsverträge oder übertriebene Handytarife. So kann Sparspielraum geschaffen werden. Selbst 50 Euro im Monat summieren sich über ein paar Jahre noch zu einem ordentlichen Notgroschen, der einem den Ruhestand erleichtern kann. Im Prinzip ist auch hier der Aktienmarkt immer noch die erste Wahl, wenn es um Ertragschancen geht. Aber je näher der Zeitpunkt rückt, an dem das Geld gebraucht wird, desto mehr müssen Schwankungen einkalkuliert werden. „Als Faustregel bewährt hat sich 100 minus Lebensalter. Mit dieser Aktienquote hat man noch genug Zeit, um Kursverluste aussitzen zu können“, rät GSP-Experte Löschen.

Ob das eigene Altersvorsorgekonzept ausreicht und zur persönlichen Situation und zum Lebensalter passt, können Leser der Westfälischen Zeitung bei einem kostenlosen Vermögens-Check erfahren, bei dem sie eine Ersteinschätzung von einem professionellen Vermögensverwalter aus der Region bekommen.

Drei Schritte zu mehr finanziellem Spielraum im Alter

1. Persönliches Rentenniveau bestimmen

Wieviel Rente steht mir mindestens aus der gesetzlichen Versicherung und der betrieblichen Altersvorsorge zu? Reicht das zusammen mit meiner bisherigen privaten Vorsorge? 

2. Ausgabensituation überprüfen

Einige hundert Euro pro Jahr kann fast jeder Haushalt sparen, indem Versicherungen, Mitgliedschaften oder etwa Stromverträge optimiert werden. Nutzen Sie das gesparte Geld, um einen Notgroschen aufzubauen, für die neue Waschmaschine oder eine überraschende KFZ-Reparatur.

3. Risiko mit dem Alter reduzieren 

Wer sparen will, kommt an Aktien auf lange Sicht kaum vorbei. Aber selbst breit gestreute Fonds können schwanken, wenn der Wind an der Börse ihnen ins Gesicht bläst. Je näher das Rentenalter kommt, lieber auf Renditechancen verzichten und auf Sicherheit setzen. 

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