Supermond
Riesiger Vollmond verursacht Springfluten

Heidelberg -

Je näher der Mond, desto höher seine Anziehungskraft - und am Montag ist er so nah wie selten. Das kann zu höheren Springfluten führen. Auch am Nachthimmel ist etwas anders als sonst.

Montag, 14.11.2016, 06:11 Uhr

Der Vollmond am Himmel.
Der Vollmond am Himmel. Foto: Patrick Seeger

Am Montag wird ein Riesen-Vollmond am Nachthimmel zu sehen sein. Der Erdtrabant kommt der Erde so nah wie selten. Dadurch wirkt er besonders groß, zudem beeinflusst er verstärkt die Gezeiten. «Je näher der Mond an der Erde ist, desto höher ist die Gravitationskraft. Das kann zu höheren Springfluten führen», erläutert Guido Thimm , Wissenschaftlicher Geschäftsführer am Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg . Gravierende Auswirkungen seien aber nicht zu erwarten.

Exakt um 14.52 Uhr war am Montag die Vollmondphase eingetreten. Drei Stunden zuvor kam der Mond mit 356.509 Kilometern Distanz in extreme Erdnähe. Erst am 7. April 2020 wird unser Nachbar der Erde mit 356 907 Kilometer ähnlich nahe kommen.

Der derzeitige Supermond ist nach Auskunft von Björn Voss , Leiter des Planetariums im LWL-Museum für Naturkunde in Münster, rund sieben Prozent größer als es im Durchschnitt der Fall ist. Die Bahn des Mondes ist elliptisch. „Er ist nie gleich groß“, sagte Voss. Ein Beispiel: Werde der kleinste Mond mit einer 1-Euro-Münze verglichen, so entspräche der größte in etwa einem 2-Euro-Stück.

Wolken versperren die Sicht

Erst vor einigen Wochen war der Mond der Erde recht nahe gekommen: Kurz nachdem er am 16. Oktober zum Vollmond wurde, trennten ihn am erdnächsten Bahnpunkt nur 357.860 Kilometer von uns. In vielen Regionen Deutschlands erlaubte wolkenloser Himmel eine klare Sicht auf das Phänomen. Am Montag dürften aber vielerorts dichte Wolkenfelder den Blick auf den Supermond behindern. In den meisten Regionen Deutschlands ist der Himmel nach Angaben des DWD wolkenverhangen. „Das ist genau die Nacht, in der von Westen her die Wolken hereinrauschen“, sagte ein Meteorologe des DWD am Sonntag.

«Die Erdkugel wird zum Rugbyball»

Springtiden bezeichnen eine besonders hohe Flut und eine besonders niedrige Ebbe. Etwa alle 14 Tage - bei Vollmond und Neumond - stehen Mond, Erde und Sonne in einer Linie. Das Hochwasser läuft dann einige Zentimeter höher auf als normal, das Niedrigwasser etwas niedriger. Normalerweise ist eine solche Springtide eher unauffällig. Deutlich zu spüren kann sie an Meerengen und Flussmündungen sein oder wenn der Wasserstand durch auflandigen Wind noch erhöht wird.

Auch die Erdkruste wird durch die Gezeitenkräfte verformt: Der Mond zieht an der einen Seite, die Sonne an der anderen. Die Erdkugel wird ein wenig zum Rugbyball», erklärt Astronom Thimm. Die Verformung ist jedoch winzig klein.

Dramatische Effekte wie Erdbeben erwartet er durch den erdnahen Mond nicht. «Die Vorgänge im Erdinnern spielen eine viel größere Rolle.»

Ohne Mond würde die Erde «herumeiern»

Die Bedeutung des Mondes sei gleichwohl nicht zu unterschätzen: «Der Mond bestimmt seit Millionen von Jahren das Leben auf der Erde». Ohne ihn würde die Erde nach den Worten des Astronomen «herumeiern». Der Mond sorge für die Stabilität der Erdachse. «Er ist so eine Art Hirte, der auf seine große Schafherde aufpasst.»

 

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