«Ocean Cleanup Interceptor»
Müll-Fänger sollen Plastik aus Flüssen holen

Riesige Teppiche aus Müll schwimmen in den Ozeanen, Platikteilchen gefährden Vögel und Meerestiere. Ein Großteil des Plastikmülls gelangt über Flüsse in die Meere. Nun soll dieser Müll abgefangen werden - und zwar noch bevor er das Meer überhaupt erreicht.

Sonntag, 27.10.2019, 10:15 Uhr aktualisiert: 27.10.2019, 10:20 Uhr
Boyan Slat, Erfinder des «Ocean Cleanup Interceptor», bei der Präsentation der Pläne für eine schwimmende Abfangvorrichtung von Plastikmüll, der über Flüsse in die Meere.
Boyan Slat, Erfinder des «Ocean Cleanup Interceptor», bei der Präsentation der Pläne für eine schwimmende Abfangvorrichtung von Plastikmüll, der über Flüsse in die Meere. Foto: Peter Dejong

Rotterdam (dpa) - Mit einer neuentwickelten Abfangvorrichtung hofft die Organisation «The Ocean Cleanup» die Einleitung von Plastikmüll in die Weltmeere über Flüsse auf ein Minimum begrenzen zu können.

Wir haben jetzt ein System, dass Plastik einfangen kann», sagte der Leiter der Organisation, der Niederländer Boyan Slat, am Samstagabend im Hafen von Rotterdam bei der Präsentation der Vorrichtung mit dem Namen «Ocean Cleanup Interceptor».

Nach vierjähriger Entwicklungszeit stünden nun die ersten vier der Vorrichtungen bereit. Zwei sammelten bereits Plastikmüll in Flüssen in Indonesien und Malaysia ein, die dritte werde für den Einsatz im Mekongdelta in Vietnam und die vierte Vorrichtung für einen Einsatz im Río Ozama in der Dominikanischen Republik vorbereitet. Der Entwicklung der mit Sonnenergie betriebenen Siebvorrichtungen in Form von Katamaranen lag Slat zufolge die Überlegung zugrunde, dass rund 80 Prozent des Plastikmülls über rund 1000 große Flüsse in die Ozeane gelangten.

Jede einzelne dieser Vorrichtungen könne pro Tag etwa 50.000 Kilogramm Müll abfangen, was rund einer Million Plastik-Flaschen entspreche, erklärte er. Die Organisation hofft, die Technik innerhalb von fünf Jahren auf 1000 Flüssen einsetzen zu können. «Wenn wir das schaffen, können wir unsere Ozeane wieder sauber bekommen.»

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