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1. Mai 2007

1. Mai – Tag der Arbeit

wn

In vielen Ländern ist der 1. Mai ein gesetzlicher Feiertag und als „Tag der Arbeit“ bekannt. Festgelegt wurde das Datum zum Gedenken an die nordamerikanische Arbeiterbewegung, die am 1. Mai 1885 versuchte, den Acht-Stunden-Tag durchzusetzen. Auch bei den ersten Kundgebungen in Europa stand diese Forderung im Mittelpunkt.

Die Zweite Internationale der sozialistischen Arbeiterbewegung hatte 1889 in Paris den „Kampftag der Arbeit“ begründet. Ein Jahr später, am 1. Mai 1890, machten erstmals Arbeiter mit Massenstreiks in aller Welt auf ihre Forderungen aufmerksam. Wiederum ein Jahr darauf beschloss der Brüsseler Kongress der Zweiten Internationale, den 1. Mai jährlich als Feiertag zu begehen.

Demonstrationen vieler Arbeiter gab es, angeführt von Gewerkschaften und Parteien, während der Zeit des Kaiserreichs. Während der Weimarer Nationalversammlung wurde der 1. Mai als gesetzlicher Feiertag auch in Deutschland verankert – allerdings nur für das Jahr 1919. Bedeutsam in der deutschen Geschichte wurde der 1. Mai 1929: Nach dem Verbot von Umzügen lieferten sich kommunistische Demonstranten heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Zum „Tag der nationalen Arbeit“ wurde der 1. Mai unter der Herrschaft der Nationalsozialisten im Jahr 1933 erklärt. Nach dem Krieg knüpfte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) an die Tradition der Mai-Kundgebungen wieder an. Seit den 1980er Jahren gibt es neben den Demonstrationen für soziale Gerechtigkeit auch immer wieder gewalttätige Ausschreitungen – insbesondere in Berlin-Kreuzberg.

Erstmals seit 95 Jahren wird im kommenden Jahr der kirchliche Feiertag Christi Himmelfahrt auf den 1. Mai fallen.

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