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Auf dem Zensuren-Olymp

1,0 für über zwei Prozent der Abiturienten in Münster

Karin Völker

Münster - Es werden in diesen Tagen in Münster Abiturzeugnisse überreicht, die wenig Abwechslung bieten: In jedem Fach steht die Note „sehr gut“. Damit haben die zu Recht stolzen Besitzer dieser Zeugnisse sogar eine „Eins plus“ erreicht.

In diesem Jahr gibt es in Münster besonders viele Absolventen, die ihre Schullaufbahn mit der Traumnote 1,0 beenden. Noch haben nicht alle Schulen die Prüfungen abgeschlossen, aber das Ergebnis der vorläufigen Recherche ist schon beeindruckend: Es gibt mindestens 30 Schüler an den Gymnasien, die den Zensuren-Olymp erklommen haben. Sieben 1,0-Abiture gibt es allein am Paulinum, sechs am Kardinal-von-Galen-Gymnasium, jeweils fünf am Kant-, Hittorf- und Schiller-Gymnasium. „Wir haben immer mal wieder 1,0-Absolventen, sagt Kant-Schulleiterin Inge Sträßer-Pany, „aber so viele auf einmal, das ist schon ungewöhnlich“.

Abgesehen von diesen absoluten Spitzenabiturienten haben an den einzelnen Schulen zwischen 20 und 30 Prozent Noten mit einer Eins vor dem Komma erreicht. „Viele Schüler sind bei ihren Prüfungen stark von ihrer Vorzensur nach oben abgewichen“, sagt Bärbel Dahlhaus, stellvertretende Schulleiterin am Annette-Gymnasium. Am Schlaun-Gymnasium gibt es ähnliche Erfahrungen. Oberstufenkoordinator Ralf Brüggemann sagt vorsichtig: „Das Zentralabitur scheint diesmal nicht schwieriger gewesen zu sein, als die Schüler erwartet haben.“

Nach Beobachtungen der Pädagogen sind die Zensuren im Abitur im Laufe der letzten Jahre im Durchschnitt immer besser geworden. Diese Einschätzung wird durch die Statistik des Schulministeriums unterstützt, dem allerdings keine detaillierten Münster-Zahlen vorliegen. Im vergangenen Jahr lag der Abi-Schnitt in ganz NRW bei 2,56, besser als in den Vorjahren. „Der Trend zu besseren Abiturergebnissen setzt sich kontinuierlich fort“, sagt eine Sprecherin des Schulministeriums. Ältere Daten aus der Zeit vor Einführung des Zentralabiturs liegen nach ihren Angaben nicht vor.

Etwa ein Prozent der Abiturienten in NRW schaffte im Jahr 2010 eine 1,0 auf dem Zeugnis, in der Stadt Münster sind es in diesem Jahr mehr als zwei Prozent. Die durchschnittliche Abschlussnote lag in der Stadt bei 2,4, und damit ebenfalls über dem NRW-Schnitt.

Die Erklärung immer besserer Ergebnisse sehen viele Lehrer schlicht darin, dass Zensuren angesichts der umfassenden Zulassungsbeschränkungen an den Hochschulen viel wichtiger geworden sind als früher. „Heute wird viel mehr nach Effizienzkriterien gelernt“, beobachtet Inge Sträßer-Pany. Die Schüler seien „deutlich motivierter, mit guten Zensuren abzuschließen. Bloßes Durchkommen reicht heute den Wenigsten.“

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