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106 Tage Narretei

Roland Greife

Telgte. Heimlichraucher ist er schon gewesen, Grünpfleger und Ölscheich: Und jetzt haben ihn die Narren auch noch zum Ritter geschlagen – eine steile Karriere, die Dr. Dietrich Meendermann immer dann ereilt, wenn sein letztes Stündlein als Bürgermeister geschlagen hat.

Gestern Abend um 20.11 Uhr war es wieder mal so weit. Genau genommen waren die Karnevalisten sogar ein paar Minuten zu früh dran, als sie in großer Zahl den Dienstsitz des Bürgermeisters stürmten. Dass sie so überpünktlich dort aufschlugen, mag ein Zeichen dafür sein, wie sehr sie diese unendlich langen 246 Tage ohne Karneval satt hatten. Für immerhin 106 Tage dürfen sie nun wieder sagen, wo’s langgeht in Telgte, ehe am Aschermittwoch alles vorbei ist.

Diesmal bot das bevorstehende mittelalterliche Weihnachtsspektakel auf der Planwiese eine Steilvorlage für das karnevalistische Szenario, mit dem die KG dem Hausherrn die Schlüsselgewalt über die Stadt abschwatzen wollte. Als Narr führte ihn Andreas Grothues durch einen Prüfungsparcours, der unter anderem darin bestand, seine Qualitäten als kämpfender Ritter zu Pferde zu demonstrieren. Meendermanns Gegner hatte allerdings nur Playmobilformat.

„Der Stadtschlüssel, wir haben ihn“, rief KG-Präsident Edgar Ende triumphal dem Narrenvolk zu. Zuvor hatte Dietrich Meendermann, der fortan auf den Namen „Ritter Glühfix“ hört, an Eidesstatt versprochen, dass er sich für die Dauer des Karnevals zurückziehen werde. „Aber am 7. Juni, da komm’ ich wieder“, ließ er keinen Zweifel daran, dass er spätestens am Tag der Kommunalwahl wieder Herr im Hause sein will.

Wie immer wurde der Karnevalsauftakt durch die 1. Telgter Stadtgarde tänzerisch begleitet. Für flotte Musik sorgten die Roten Husaren und die Sassenberger Landsknechte.

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