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110 Jahre Haft für US-Soldaten wegen Mordes und Vergewaltigung

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Washington – Ein US-Soldat ist wegen Vergewaltigung und Ermordung einer 14-jährigen Irakerin zu 110 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Allerdings könnte der 23-jährige Jesse Spielman bereits nach zehn Jahren auf Bewährung freigelassen werden, entschied ein Militärgericht in Fort Campbell (Kentucky) in der Nacht zum Sonntag weiter. Der Heeressoldat war zuvor auch der Beteiligung an der Ermordung von drei Familienmitgliedern des Mädchens schuldig gesprochen worden.

Mit 15 Jahren Haft soll der ebenfalls 23-jährige Marineinfanterist Lawrence Hutchins für die Ermordung eines gehbehinderten Vaters von elf Kindern im Irak büßen. Dieses Urteil fällte eine Militärjury auf dem Stützpunkt Camp Pendleton (Kalifornien) am Freitag (Ortszeit). Hutchins hatte die Tat im Prozess ausdrücklich verteidigt. Nach Prozessaussagen sollte der Mord als „Warnung“ an Rebellen gelten. Eine solche Aktion sei Teil seiner Aufgaben gewesen und habe geholfen, das Leben anderer Marines zu retten, sagte Hutchins der „Los Angeles Times“ zufolge.

Hutchins gehört zu einer Gruppe von acht Soldaten, die wegen Ermordung des gehbehinderten Irakers im April 2006 in der irakischen Stadt Hamdanija angeklagt worden waren. Nach Zeugenaussagen war er der Rädelsführer bei der Bluttat. Er ist der Einzige, der wegen Mordes schuldig gesprochen wurde und erhielt auch die höchste Strafe. Ein der Verschwörung zum Mord für schuldig befundener weiterer Marineinfanterist aus der Gruppe, Marshall Magincalda, wurde ebenfalls am Freitag zu 448 Tagen Haft und Rückstufung auf den niedrigsten Rang verurteilt. Die Gefängnisstrafe ist mit der entsprechenden Dauer seiner Untersuchungshaft abgegolten.

Den Soldaten war im einzelnen vorgeworfen worden, den 54 Jahre alten Mann aus seinem Haus gezerrt und erschossen zu haben. Dann legten sie der Anklage zufolge die Leiche zusammen mit einer Schaufel an den Straßenrand. Auf diese Weise wollten sie vortäuschen, es habe sich um einen Aufständischen gehandelt, der gerade eine Bombe an der Straße legen wollte.

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