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Filmrezensionen

„17 Again“: So jung - und schon so vernünftig

Gian-Philip Andreas

Es ist die bekannte Was-Wäre-Wenn-Situation: Was wäre, wenn der 37-jährige Mike, der viel zu früh seine große High-School-Liebe heiratete, noch als Teenager Vater wurde und jetzt vor einem privaten wie beruflichen Scherbenhaufen steht, noch einmal süße siebzehn Jahre jung sein könnte und damit die Chance zur Kurskorrektur erhielte?

„17 Again“ setzt dieses wehmütige Gedankenspiel in die Tat um und tut damit genau das, was schon ungezählte Körpertausch- und Transformationskomödien vor ihr getan haben. Eine absolut sichere Bank also.

Während jener Mike als Enddreißiger noch vom blassen Matthew Perry („Friends“) gespielt wird, muss man dem Film fortan abnehmen, dass sein um zwanzig Jahre zurückverjüngtes Selbst nun so makellos aussieht und perlweiß lächelt wie Zac Efron, Hollywoods derzeit angehimmeltster Mädchenschwarm.

Der Typus des blank geputzten, eher niedlichen als draufgängerischen Herzbuben, den Efron seit den drei „High School Musicals“ verkörpert, passt auch hier bestens ins Bild: Denn als Teen mit dem Erfahrungsschatz eines desillusionierten Erwachsenen hat er wenig Besseres zu tun, als seine (nun gleichaltrige) Tochter vor dem Übel der Sexualität zu warnen, seinen ebenso gleichaltrigen Sohn vom mutlosen Wicht zum Checker zu verwandeln und sich auch mit zwei Dekaden Altersunterschied erneut in seine tatsächliche Frau (Leslie Mann) zu verlieben.

Wo Teenies in Teeniekomödien früher Radau machten und (nicht nur sexuell) aufbegehrten, herrscht heute wertkonservative Affirmation: Obs die Sponsoren verlangen?

Trotz mangelnder Originalität und spießiger Moral kann man an „17 Again“ aber sein begrenztes Vergnügen haben: Efron selbst beweist Sinn für Timing und Selbstironie, und die Regie von Burr Steers hat Fluss und Sinn für Details. Der Mann hat schließlich mal „Igby!“ gedreht - einen wunderbaren Teeniefilm.

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