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IVZ-Lokalfenster - Tecklenburger Land

20. Schachturnier in der Kreissporthalle

wn

Ibbenbüren. Freitagmittag kurz vor 13 Uhr. In der Kreissporthalle Ibbenbüren läutet der Gong die nächste Runde ein. Die Schüler setzen sich an ihre Plätze. Es wird leise. Nur noch das Klacken der Uhren ist zu hören. Denn es ist keine Runde Fußball, Handball oder Volleyball, die eingeläutet wird, sondern eine Schachrunde beim 20. Euregio-Schach-Turnier. Knapp 600 Hauptschüler aus Deutschland und den Niederlanden folgten der Einladung der Schule am Aasee in Ibbenbüren und kämpften um den Sieg.

Pascal Dirkes und Lukas Wedell sitzen sich konzentriert gegenüber. Gut überlegt ziehen die Sechstklässler ihre jeweils 16 Figuren über das schwarz-weiße Spielbrett. Ein kurzer Blick zwischen den Gegnern und es geht weiter. Denn die Zeit läuft. Maximal 15 Minuten hat jeder Spieler Zeit den König des anderen schachmatt zu setzten. Pascal zieht seinen Turm von C6 nach C8. „Nein“, ruft der 13- Jährige und schmettert die Hand auf den Tisch. Der Zug war falsch, das Spiel ist vorbei. Ein Zurück gibt es nicht. Denn im Schach gilt: Berührt – Geführt. „Das ärgert einen so, denn ich hätte schon vorher gewinnen können, aber ich wollte noch ein bisschen weiterspielen“, erklärt der Schüler aus Ibbenbüren.

Organisator Bruno Kreimeyer freut sich über solche Szenen. „Es ist einfach schön zu sehen, wie sich die Jugendlichen für das Schachspiel begeistern.“ 1990 hat der ehemalige Lehrer das Schachturnier ins Leben gerufen. Acht Schulen aus der Umgebung waren damals beteiligt, heute sind es mehr als 80. Besonders stolz ist der Turnierleiter in diesem Jahr auf die vielen Mädchen, die sich zum Turnier angemeldet haben. „Schach ist immer noch eher ein Jungensport“, sagt er. Umso glücklicher ist er über die Erfolge der jüngsten Mädchenmannschaft der Aaseeschule. „Die Mädchen sind erst in der fünften Klasse, aber schon ganz heiß auf Schach“, sagt er lachend.

Karolina Spetter ist eine von Ihnen. Die Zwölfjährige aus Ibbenbüren hat das Schachspielen von ihrer Schwester gelernt. „Am Anfang hat es mir gar keinen Spaß gemacht, aber dann war es super. Es ist eben nur was für kluge Köpfchen“, sagt sie verschmitzt. „Außerdem ist es Jogging fürs Gehirn“, sagt Anna Ullmann. Die Elfjährige ist die Jüngste in der Gruppe und durch eine Freundin in die Schach-AG der Aaseeschule gekommen. „Jetzt spiele ich manchmal mit meinem Papa, der hat sich total gefreut, dass ich das gelernt habe“, sagt die gebürtige Russin.

Kein Einzelfall, sagt Bruno Kreimeyer. Er beobachte schon seit längerer Zeit, dass sich gerade Schüler aus Aussiedlerfamilien für Schach begeistern. „Das Spiel trägt zur Integration bei, denn beim Schach sind alle gleich“, sagt der Pensionär.

Insgesamt 120 Schüler der Aaseeschule sind am EuregioTurnier beteiligt. Alleine 60 von ihnen übernahmen die Auswertung der Ergebnisse. „Es ist toll, wie sich die Schüler engagieren und helfen“, betont Kreimeyer. Er hofft auch im kommenden Jahr wieder auf eine tatkräftige Unterstützung.

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