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Bürgerwerkstatt

53 „Oberziele“ beackert

Claus Kossag

Ibbenbüren. Es war ein Mammutprogramm, das rund 60 Interessierte bei der zweiten Bürgerwerkstatt zum Stadtentwicklungsprogramm zusammen mit der Verwaltung und dem Büro BPW baumgart+partner bewältigten. Insgesamt 53 sogenannte Oberziele aus sieben Themenfeldern wurden am Donnerstagabend im Ratssaal rund drei Stunden lang vorgestellt und teilweise diskutiert. Diese Oberziele hatten Stadtverwaltung und BPW aus den Ergebnissen der ersten drei Bürgerwerkstätten entwickelt.

So ging es im Themenfeld Bevölkerung und Wohnen zum Beispiel darum, mehr Alternativen zum klassischen Einfamilienhaus zu schaffen, dem demografischen Wandel durch alternative Wohnformen Rechnung zu tragen. Und möglicherweise spielt Sanierung in Zukunft eine größere Rolle als Neubauten.

Für Wirtschaft und Gewerbe soll eine hohe Unternehmerzufriedenheit wichtigster Standortfaktor bleiben. Dazu bedarf es unbedingt einer Beseitigung des Mangels bei der Breitbandverkabelung. Und auch in der Vernetzung mit Hochschulen der Region gibt es Entwicklungsmöglichkeiten, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Unter dem Oberbegriff Einzelhandel und Mobilität wurde unter anderem angeregt, für Dickenberg und Laggenbeck einen Ortskern zu entwickeln. Schwierig gestaltet sich die Nahversorgung in Uffeln und Dörenthe. Und in der Innenstadt soll die Verträglichkeit von Verkaufsflächenzuwächsen im Auge behalten werden. Anregung in Sachen Mobilität aus dem Plenum: Der Zustand „fahrradfeindlicher Bahnhof“ gehöre abgeschafft.

Bei Umwelt und Klima war allgemein eine Lärmreduzierung unter den Zielen. Zuhörer sahen Chancen, später Steinbrüche und Halden stärker zur Naherholung zu nutzen. Und die Renaturierung der Aa müsse aufgenommen werden.

Ein weiteres Themenfeld war Jugend, Soziales und Schule. Die Experten sahen Ibbenbüren im Bereich Kindergarten und Schule gut aufgestellt. Der Ausbau der U3-Betreuung müsse aber weiter fortgeführt werden. Und für Jugendliche könnten mehr Treffpunkte in allen Stadtteilen angeboten werden.

Unter den Stichworten Kultur, Stadtmarketing, Freizeit und Tourismus wurde angeregt, die Flächen Werthmühlenplatz und am Aasee weiter zu entwickeln. Und im Themenfeld Stadtstruktur, Baukultur, Bild der Stadt gilt als ein Ziel, die Stadteingänge aufzuwerten. Außerdem könnten die städtischen Grünflächen besser genutzt und miteinander verbunden werden. Was kein Widerspruch werden soll: Stadtteile stärken und Gesamtidentifikation Ibbenbürens fördern.

Ibbenbüren brauche in allen Themenfeldern „Individualität, Qualität und Maßstäblichkeit“, fasste Stadtplaner Uwe Manteuffel zusammen. „Und an den Etat der Stadt denken“, warf ein Bürger ein. Frank Schlegelmilch (BWP) erklärte, es müssten nun Prioritäten festgelegt werden, denn das Stadtentwicklungsprogramm sei ja nicht für ein halbes Jahr angelegt. Das konnten die Bürger am Mittwochabend bereits tun, indem sie in Fragebögen zu den einzelnen Themenfeldern die Oberziele gewichteten.

„Wir brauchen für unsere Stadtentwicklung auch Visionen“, so eine Stimme aus dem Plenum im Ratssaal. Dem pflichtete Bürgermeister Heinz Steingröver bei. Es müsse aber auch klar sein, dass alles angesichts der Finanzen enge Grenzen habe, die Ziele „kein Wunschzettel“ seien.

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