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6000 Gläubige feiern großes Fest des Glaubens

Johannes Loy

Münster - „Bei uns in Essen ist das alles etwas anders“, meinte ein Gast aus dem Ruhrbistum sichtlich beeindruckt. Der Paulus-Dom in Münster erwies sich am Sonntag als beeindruckende Glaubensfestung mit 4000 betenden und singenden Gästen, mit Fanfarenklängen und triumphalem Orgelspiel, gekrönt von dem „Marche épiscopale“ von Louis Vierne, den Domorganist Thomas Schmitz in die Manuale und Pedale hämmerte.

Und weil der Platz nicht reichte, wurde der festliche Gottesdienst auch in die Lamberti- und die Überwasserkirche übertragen. Das zweieinhalbstündige Pontifikalamt zur Einführung des 75. Nachfolgers des hl. Liudger, also des 76. Bischofs von Münster, war geprägt von zwei Blickrichtungen.

Zum einen nutzten die anwesenden Bischöfe wie Nuntius Jean-Claude Perisset und Erzbischof Robert Zollitsch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, gleich mehrfach die Gelegenheit, noch einmal Alt-Bischof Reinhard Lettmann für sein 28-jähriges Wirken zu danken. Und dann galt es, dem neuen Bischof Felix Genn Mut und Zuversicht zuzusprechen. Die Gläubigen zeigten dabei ihre Zuneigung durch kräftigen Gesang und freundlichen Applaus.

In perfekter liturgischer Regie zog die große Prozession um Punkt 15 Uhr vom Bischofshaus zur Bischofskathedrale. Das erste Wort hatte der zuständige Metropolit von Köln, Kardinal Joachim Meisner. Der Bischof nehme sich ein Amt nicht, es werde ihm übertragen, so stellte Meisner klar. Wer und warum er ihm das Amt übertragen hat, das stand in der Ernennungsurkunde von Papst Benedikt XVI., die Nuntius Jean-Claude Perisset dem Dompropst Josef Alfers überreichte.

Dieser las sie vor: „Da nun die Diözese Münster, die sich sowohl durch ihr Alter als auch durch christliche Zeugnisse auszeichnet, nach dem Amtsverzicht unseres verehrten Bruders Reinhard Lettmann den Bischof entbehrt, haben wir, verehrter Bruder, an Dich gedacht!“ Bei diesem Satz mussten manche in den Bankreihen schmunzeln. Dompropst Josef Alfers zeigte die päpstliche Ernennungsurkunde sogleich den Domkapitularen, die teilweise ja auch Weihbischöfe sind. Es gab beifälliges Murmeln im Altarraum.

Alt-Bischof Reinhard Lettmann, den der Applaus freute, überreichte seinem Nachfolger den neuen Bischofsstab. Kardinal Meisner, der Felix Genn nach Essen nun schon ein zweites Mal in ein Bischofsamt einführte, nahm Felix Genn am Arm und führte ihn zur Kathedra.

Es war 15.25 Uhr, als der neue Bischof von Münster sein Bistum wortwörtlich in Besitz nahm, indem er sich auf dem Stuhl niederließ. Die Gruß- und Dankworte wurden veredelt durch die Dommusik unter Domkapellmeister An­dreas Bollendorf. Werke von Bruckner und Mendelssohn Bartholdy stiegen wie Weihrauch zum Himmel.

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