1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. „66/67 - Fairplay war gestern“: Hart

  6. >

Filmrezensionen

„66/67 - Fairplay war gestern“: Hart

Hans Gerhold

Als Eintracht Braunschweig 1966/67 deutscher Fußballmeister wurde, waren die Freunde aus „66/67 - Fairplay war gestern“ noch nicht geboren.

Mit 30 Jahren stehen die sechs Männer, die sich der Realität und der Verantwortung verweigern, als beinharte Hooligans mit Vereins-Tattoo auf der Brust als gewaltbereite aggressive Prügler vor einem sinnlos regressiven Leben. Sie verlieren Freundin und Familie, zuletzt geht auch die Freundschaft zu Bruch.

Hooligans sind keine wirklichen Fans, auch wenn ihnen die Fankurve als Endstation bleibt. Im Gegenteil: Für wahre Fußballfreunde sind sie eine Schande, weil sie nicht den Ball, sondern die Körper der Anderen treten.

Das macht das Milieudrama der Regisseure und Autoren Carsten Ludwig und Christoph Glaser, die eigene Erfahrungen eingebracht haben, klar. Statt Planung stehen Vorstrafen, Stadionverbote und gebrochene Knochen in der Vita derer, die etwa die Fahne der Wolfsburger anzünden. Gut gespielt, explosiv und mit starken Dialogen.

Startseite