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Ab in den Kariestunnel

Katrin Jünemann

Münster-Kinderhaus - Etwa 300 Mädchen und Jungen aus Kindergärten, Grund- und Förderschulen sind dieses Mal bei den Zahngesundheitstagen angemeldet. „Es waren schon mal mehr“, meint Dr. Tilman Groß, 1. Vorsitzender der Zahnärzte Münster-Nord, die seit elf Jahren im Norden und in Nienberge über Zahngesundheit informieren. Er war gestern mit seinen Kollegen Dr. Frank Ingelmann und Joerg Hense im Bürgerhaus.

Tilman Groß plädiert dafür, dass Eltern bei ihren Kindern einmal täglich die Zähne „nachputzen“. Er könne sich gut daran erinnern, dass ihn seine Mutter noch mit zehn Jahren unter den Arm genommen habe, um genau das zu tun. Groß: „Kindern wird dann bewusst, wie wichtig ihren Eltern das ist.“

Eine elektrische Zahnbürste wiege oft in trügerischer Sicherheit. „Die wird in den Mund gehalten, kaum bewegt und dann ist oben rechts super geputzt und der Rest eben nicht so.“

Untersuchungen hätten gezeigt, dass sich auch Erwachsene zu sehr auf Elek­trozahnbürsten verließen: Nur in den ersten sechs Monaten nach dem Erwerb einer elektrischen Zahnbürste sei das Putzergebnis besser, danach sacke es manchmal sogar eine Stufe tiefer. Er selbst putze einmal täglich elektrisch, die übrigen Male manuell.

Gewachste Zahnseide sei genau das Richtige für Anfänger, weil sie beim Abrutschen nicht so leicht das Zahnfleisch verletze.

Und Zahnzwischenraum-Bürsten seien sogar noch effektiver als Zahnseide.

Ganz wichtig für die Mundhygiene sei die Benutzung eines Zungenschabers. „Denn der Schmodder sitzt hinten auf der Zunge“, bringt es der Zahnarzt auf den Punkt. Mit einer Zahnbürste komme man wegen des Würgereizes nicht so weit.

Den Kindern machte der Besuch im Kariestunnel der Zahnärztekammer gestern sichtlich Spaß. Erst wurden die Zähne mit einer Substanz eingepinselt, die eventuelle Beläge im Schwarzlicht des Tunnels sichtbar machen kann. Anschließend wurden unter Anleitung Zahnputztechniken vermittelt. Die Kinder konnten an einer Wurfbude „Zahnfeinde“ abwerfen und beim Zuckerquiz mitmachen. Viele staunten, andere waren sehr gut informiert.

Auch Erwachsene mit ihren Fragen sind den Zahnärzten im Bürgerhaus willkommen. Heute ist von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr Zahngesundheitstag, morgen können sich Interessierte noch einmal von 8 bis 12 Uhr informieren.

Eigentlich würden die Zahnärzte generell gern noch viel mehr machen, vor allem Eltern direkt erreichen. Damit nicht passiert, was Joerg Hense vor Jahren in seiner Praxis erlebte: Dass er einem dreijährigen Kind schon Zähne ziehen musste.

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