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Passant bemerkte den Brand

Abgebrannter Pfarrhof: Feuer kokelte schon lange

wn

Gronau-Epe - Zerborstene Fensterscheiben geben den Blick in das rußgeschwärzte Innere des Pfarrhofs Epe frei. Oder besser: In das, was davon noch übrig ist. Knapp 30 Stunden nach Entdeckung des Feuers bietet das Gebäude an der Agathastraße am 2. Weihnachtstag einen traurigen Anblick: Teile der Dachhaut sind aufgerissen, Eingänge notdürftig mit Holzplatten abgedichtet, auf gelben Klebestreifen ist zu lesen, dass die Kriminalpolizei das Betreten des Gebäudes untersagt.

Ein Feuer hat am Morgen des 1. Weihnachtstages das Zentrum der Pfarrgemeinde St. Agatha in weiten Teilen verwüstet. Der Schaden wird von der Polizei mit mehreren Hunderttausend Euro angegeben.

Rückblende: Morgendliche Kirchgänger müssen sich am 1. Weihnachtstag ihren Weg durch Feuerwehrautos und beißenden Rauch bahnen, der wie dichter Nebel über der Brandstelle liegt. Viele zeigen sich bestürzt über das Bild, das sich ihnen bietet: Der Pfarrhof St. Agatha steht in Flammen. Feuerwehrleute aus Epe, Gronau und Ochtrup sind dabei, den Brand zu bekämpfen. Flammen schlagen aus dem Dach. Schon beim Eintreffen der Löschzüge quillt Rauch aus allen Fugen an der Vorderseite und aus dem Dach des Gebäudes.

Die Feuerwehr wird um kurz vor halb acht am Morgen alarmiert. Ein Passant hat den Rauch bemerkt. Kurios: Etwa gegen 7.30 Uhr klingelt auch eine junge Frau an der Gronauer Feuerwache und will persönlich melden, dass es im Umfeld des Pfarrhofes nach Feuer riecht. Just in diesem Moment kommt auch die Alarmierung der Wehr von der Feuerwehr-Leitstelle in Borken.

Der Brand, so die Einschätzung der Wehr, dürfte schon mehrere Stunden vor der Entdeckung vor sich hin gekokelt haben. Allerdings, so Pfarrer Günther Lube gegenüber den WN, habe er nichts bemerkt, als er nach Ende der Christmette in St. Georg gegen 2 Uhr nachts zurück ins benachbarte Pfarrhaus gekommen sei.

Die Löscharbeiten gestalten sich für die rund 70 Feuerwehrleute schwierig: Um an die brennende Holzdecke heranzukommen, müssen zunächst Teile der metallenen Dachhaut entfernt werden. Innen drin stürzen wegen der Hitze derweil große Teile der hölzernen Dachinnenverkleidung herab. „Ich bin froh, dass wir unsere Leute zu diesem Zeitpunkt nicht mehr gerade da drin hatten“, sagt einer der Feuerwehrleute. Erst gegen 14.30 Uhr kann die Wehr nach getaner Arbeit abrücken.

Noch während der Löscharbeiten nehmen Beamte der Kriminalwache Ahaus die Brandstelle in Augenschein – für Ermittlungen ist es angesichts des brennenden und qualmenden Gebäudes noch zu früh. Sicher ist, dass Brandexperten der Kripo und Brandsachverständige ihre Arbeit nach Weihnachten aufnehmen werden. Die Ursache für den Brand ist derzeit noch unklar. Der Pfarrhof war allerdings nach Angaben von Pfarrer Lube seit mehreren Tagen nicht mehr geöffnet – und wird es auch vorläufig sicher nicht mehr sein.

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