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Abstiegskampf ist angesagt

Michael Schulte

Münster. Kein Licht am Ende des Tunnels. Der Handballsport in Münster befindet sich schon seit Jahren auf beängstigender Talfahrt. Die Zeiten, als der SC Münster 08 vehement an die Tür zur Bundesliga klopfte, sind allenfalls Menschen mit ausgeprägtem Langzeit-Gedächtnis in Erinnerung. Beim TuS Hiltrup gab es mal eine Mannschaft, die Oberliga-Format hatte. Später stand Sparta Münster kurz vor dem Aufstieg in die Regionalliga, um dann in die Verbandsliga zurückzukehren. Für eine Stadt wie Münster ist es kein Aushängeschild, wenn die besten Handballer(innen) in der Verbandsliga zu Hause sind, während in Ahlen, Emsdetten und Hamm seit Jahren Zweitliga-Handball geboten wird. Und es wird noch erschreckender, wenn die Männer von Sparta und die Frauen aus Kinderhaus in ihren Ligen in akuter Abstiegsgefahr stecken. Es muss sich niemand etwas vormachen, beide Teams werden ausschließlich um den Klassenerhalt kämpfen. Mehr ist auf keinen Fall drin.

Sparta Münster rangiert nach einem knappen Drittel der Saison als Drittletzter gerade mal einen Punkt vor den Schlusslichtern Ahlen 2 und Loxten. 5:11-Zähler sind wahrlich keine berauschende Bilanz, wobei die eklatante Auswärtsschwäche besonders negativ ins Gewicht fällt. Spielerisch besitzt das Team von Jörg Huesmann durchaus Verbandsliga-Niveau, bringt es aber aus nervlichen Gründen zu selten auf die „Platte“. Der Trainer verweist nicht zu Unrecht darauf, doch eine recht junge Mannschaft zu besitzen. Und das Verletzungspech meint es auch nicht gut mit den Spartanern. Aber es ist auch Fakt, dass gerade die Leistungsträger erfahrene Spartaner sind, denen es gelingen müsste, den Abwärtstrend zu stoppen. Die nächste Gelegenheit besteht heute Abend, wenn die Reserve des TV Emsdetten in der Halle der Hans-Böckler-Schule (Anwurf 19.15 Uhr) aufläuft. Dass gegen den Elften ein Sieg her muss, ist eine Binsenweisheit. Ob sich das realisieren lässt, hängt auch damit zusammen, ob die Emsdettener Reserve auf Verstärkungen von der Zweitligatruppe setzen kann.

Andreas Scheipers war vor der Saison ganz bescheiden. „Wir möchten den Klassenerhalt schaffen. Am liebsten auf einem einstelligen Tabellenplatz.“ Für den Trainer der Damen aus Kinderhaus war es klar, dass seine völlig neu formierte und extrem verjüngte Mannschaft gerade anfangs in der Verbandsliga Lehrgeld zahlen würde. Die Zahltage fielen leider häufig an, so dass auch die Westfalia nur den drittletzten Rang belegt. 4:10-Zähler stehen zu Buche, die Kellerkinder ASV Hamm (3:11) und VfL Sassenberg (2:12) sitzen Kinderhaus im Nacken. Kurskorrektur kann am Sonntag vorgenommen werden. Dann hat Kinderhaus die Reserve des SC Greven 09 zu Gast (17 Uhr, Pascalgymnasium), geht aber gegen den Ligadritten nicht gerade als Favorit aufs Parkett.

Die Männer aus Kinderhaus peilen in der Landesliga einen Mittelplatz an. Sie möchten sich schnell aus dem Keller verabschieden und eine möglichst stressfreie Saison erleben. 7:11-Punkte sind da noch kein Ruhekissen, das bedeutet momentan nur Rang zehn. Auffallend, dass Kinderhaus bislang in den Heimspielen schwächelte. Mit dem jüngsten Erfolg gegen Vreden soll da der Knoten geplatzt sein. Und bei der Aufgabe am Sonntag in Nordwalde kommt das eh nicht zum Tragen.

Gutes Mittelmaß in der Landesliga stellen die Frauen aus Roxel dar. Sechster mit 7:7-Punkten, da lässt sich ruhig arbeiten. Trainer Ulrich Ehrhardt und seine BSV-Damen haben daher auch keine Angst vor der nächsten Aufgabe. Heute Abend (19.15 Uhr) gastiert der Tabellendritte Warendorfer SU in Roxel.

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