1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. „Achterbahn“: Kuriose Dokumentation

  6. >

Filmrezensionen

„Achterbahn“: Kuriose Dokumentation

wn

Der Fall ist grotesk: Schausteller-Star Norbert Witte setzte sich 2002, als sein Spree-Vergnügungspark im Berliner Plänterwald pleite

ging, mit Familie und Fahrgeschäften nach Peru ab, verschuldete sich dort noch mehr und schmuggelte zum Ziel der Sanierung ganze 180 Kilo Kokain wieder zurück nach Deutschland - im „Fliegenden Teppich“. Als der Deal aufflog, kam Witte für vier Jahre hinter Berliner Gitter. Seinen Sohn traf es viel härter: Er soll in Lima 20 Jahre einsitzen,

in einem der härtesten Knäste Südamerikas. Und der verwaiste Spreepark modert am Treptower Park vor sich hin. Regisseur Peter Dörfler versucht nun das Wesen dieses Norbert Witte zu ergründen: Dessen Leben gleicht tatsächlich einer Achterbahnfahrt. 1981 war der damalige (und auch spätere) Schaustellerkönig schon einmal aus der Spur geraten, als er durch ein defektes Karussell sieben Todesfälle verantwortete. Des weiteren heftet sich Dörfler an die Fersen der wackeren Ehefrau Pia und der Tochter, die in Lima um den Gefangenen kämpfen. Eine spannende Doku ist Dörfler damit gelungen, auch wenn er letztlich doch nicht wirklich nah an seinen schillernden Protagonisten herankommt. -gpa-

Startseite