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Ahnungslose Raser

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Endlich mal eine Straße, in der Autos nicht automatisch Vorfahrt haben. Spielen, gehen, radeln, fahren: Das ist in verkehrsberuhigten Bereichen gleichberechtigt. Die Wirklichkeit sieht leider oft anders aus. Jetzt beklagen Experten von Kinderschutzbund und Automobilclub, Polizei und Verkehrssicherheitsrat, dass viele Autofahrer sich nicht an die Regeln halten und beispielsweise viel zu schnell fahren. In Dortmund wurden von 400 überprüften Autofahrern gleich 160 – also satte 40 Prozent – dabei erwischt, dass sie zu schnell durch diese manchmal Spielstraßen genannten Bereiche fuhren. Eine wirklich gefährliche Sache.

Vielleicht liegt es ja daran, dass viele Menschen gar nicht so recht wissen, welche Regeln in den verkehrsberuhigten Bereichen hinter den großen blauen Schildern gelten. Die wichtigste für alle, die motorisiert unterwegs sind: Schneller als Schrittgeschwindigkeit dürfen sie nicht fahren. Und Schrittgeschwindigkeit sind – zumindest nach der Meinung der deutschen Verkehrsrichter – höchstens sieben Kilometer pro Stunde. Viele befragte Temposünder glauben, dass sie 30 km/h fahren dürfen.

Fußgänger dürfen in den verkehrsberuhigten Bereichen die ganze Straße benutzen und müssen nicht am Rand gehen; Kinderspiele sind ebenso überall erlaubt. Autofahrer dürfen nur auf extra gekennzeichneten Flächen parken; anhalten dürfen sie zum Be- und Entladen oder um Leute ein- oder aussteigen zu lassen. Die wichtigste Regel aber gilt für alle: Keiner darf einen anderen gefährden oder behindern. Autofahrer müssen notfalls anhalten und warten, bevor sie weiterfahren dürfen. Aber auch Fußgänger dürfen den Fahrverkehr nicht unnötig behindern. Besonders erschreckend für viele Verkehrsexperten: Oft sind es Menschen, die selbst an den Spielstraßen wohnen, die zu schnell und zu aggressiv fahren. Vielleicht warten die ja nur darauf, dass sie mal angesprochen werden und ihnen jemand die Regeln für die verkehrsberuhigten Bereiche erklärt. Uwe Gebauer

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