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Fluggesellschaft in roten Zahlen

Air Berlin streicht Linien am FMO

Ulrich Reske

Greven/Berlin - Die hohen Kosten für Kerosin und die Luftverkehrssteuer zwingen Air Berlin zu massiven Einschnitten. Neben einem Wechsel an der Unternehmensspitze der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft streicht Air Berlin die Verbindungen nach London, Wien und Sylt vom Flughafen Münster/Osnabrück. „Wir müssen unrentable Strecken streichen“, teilte ein Sprecher mit. Der Konzern war in die roten Zahlen gerutscht.

Eine schlechte Nachricht für den FMO - doch es gibt Hoffnung. Springt der Billig-Flieger Easy Jet in die Bresche, die die Fluggesellschaft Air Berlin durch ihren Rückzug von den Linien Wien und London am FMO reißt? Gerüchte, die sich schon seit Wochen hartnäckig halten, mag Flughafensprecher Andres Heinemann gestern nicht kommentieren. „Wir sprechen zu allen Zeiten mit Low-Cost-Carriern und anderen Fluggesellschaften.“

Dass die ab Oktober wegfallenden Strecken allerdings mit dem Winterflugplan von einem Air-Berlin-Konkurrenten übernommen werden könnte, hält Heinemann für durchaus möglich. „Da verhandeln wir ganz konkret.“ Namen nenne er aber erst bei Vertragsabschluss.

Rund 18 500 Sitzplätze fallen auf beiden Strecken vom FMO nach London und Wien in den letzten beiden Monaten des Jahres weg. Auch gestrichen ist die Sommerverbindung nach Sylt. Heinemann sieht den Wegfall in Teilen kompensiert durch das Versprechen von Air Berlin im Winterflugplan die Verbindungen zu den Kanaren zu verdoppeln. Über die anstehenden Streckenstreichungen sei der Flughafen bereits im Vorfeld informiert worden. Bei den insgesamt notwendigen Streckenstreichungen sei der FMO glimpflich davon gekommen. „Köln und andere Regionalflughäfen sind deutlich stärker betroffen.“

Köln und andere Regionalflughäfen sind deutlich stärker betroffen.

Als Konsequenz aus den Turbulenzen legte Air-Berlin-Vorstandschef Joachim Hunold seinen Posten nieder. Interimsnachfolger wird Ex-Bahnchef Hartmut Mehdorn. Zu seinen Beweggründen für den Rücktritt sagte Hunold: „Es muss auch eine Zeit nach mir geben.“ Er halte es für richtig, den Wechsel an der Spitze jetzt zu vollziehen. Luftfahrtsexperten sehen das Geschäftsmodell von Air Berlin in Gefahr.

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