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Tecklenburger Land

Alle wollen Außenseiter sein

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Von Henning Meyer

Ibbenbüren. Wenn die Regionalliga-Handballer der ISV heute Abend (19.15 Uhr, Halle Ost) auf die SG Schalksmühle/Halver treffen, dann bekommen sie es mit einem Gegner zu tun, der eine eher ungewöhnliche Art der Vorbereitung auf dieses Spiel pflegt: Das Einreden, dass man im Prinzip ohnehin keine Chance gegen die Ibbenbürener habe.

Wer einen Blick auf die Homepage der SGSH wirft, der kann dort eine Auflistung der Mannschaften finden, die gegen Schalksmühle besonders erfolgreich sind. Auf Rang eins liegt der derzeitige Ligaprimus Leichlinger TV mit 10:0 Punkten, dicht gefolgt von eben der ISV auf Rang zwei mit ebenfalls 10:0 Punkten. In keinem der bisherigen Aufeinandertreffen mit Schalksmühle haben die Ibbenbürener auch nur einen Punkt abgeben müssen. SG-Trainer Martin Grasediek ließ sich vor dem heutigen Spiel sogar zitieren, dass man aufgrund der miesen Bilanz eigentlich gar nicht erst nach Ibbenbüren fahren müsse – man muss kein Psychologe sein, um den Versuch der Gäste zu erkennen, den Druck von ihrer Mannschaft zu nehmen und den Ibbenbürenern aufzubürden. Verständlich, denn trotz Rang acht stehen die Schalksmühler gerade einmal zwei Pünktchen von einem Abstiegsplatz entfernt. Damit das so bleibt, ist Grasedieks Gegenüber auf Ibbenbürener Seite, Holger Krimphove, in gleichem Maße darum bemüht, die reale Bilanz und eine gefühlte Favoritenrolle zu relativieren. So bedenkt Krimphove die 10:0-Bilanz gegen Schalksmühle mit einem lakonischen: „Ist mir relativ wurscht.“ Warum? „Das sind Sachen von gestern, und ich muss mich um das Jetzt kümmern.“ Und dieses Jetzt sieht für ihn so aus: Heute Abend gastiert ein Gegner in der Halle Ost, der seine beiden vergangenen Spiele gegen Opladen und Uerdingen gewonnen hat. Zwar sei Schalksmühle durch die Ausfälle von Bratzke und Oberste dezimiert, „aber immer noch so stark, dass man diese Mannschaft keinesfalls unterschätzen darf.“

Und das dürfte der ISV-Coach seiner Mannschaft auch klar gemacht haben. „Ich hoffe nicht, dass wir uns vom Tabellenstand blenden lassen“, so Krimphove. „Es ist aber eine neue Situation für die Mannschaft, dass wir uns jetzt schon einige Zeit auf Platz fünf herumräkeln.“ Dennoch sei dies kein Anlass, überall herumzuposaunen, dass man als Favorit in die Spiele gehe. „Ich sehe das nämlich nicht so“, sagt Krimphove. „Schalksmühle steht mit uns auf einer Stufe, und die letzten beiden Spiele haben wir relativ glücklich gewonnen, mit nur einem Tor Differenz.“ Und dann ist da noch der Umstand, dass die ISV in dieser Woche nicht in Bestbesetzung trainieren konnte, vom maladen Quartett Sebastian Dreiszis (Handgelenk), Jannik Wiesmann (Grippe), Tobias Tennigkeit (krank) und Fabian Elting (Zehen-OP) fehlt jedoch heute Abend wahrscheinlich nur A-Junior Elting.

„Wir gehen mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein in dieses Spiel, denn wir können unsere Heimserie ausbauen“, sagt Krimphove. „Ich bin gespannt, wie die Mannschaft damit umgeht. Gegen Gladbach hat sie es souverän gelöst. Die erste Halbzeit, das war von unserer Seite aus sehr gut.“ Dennoch warnt er seine Mannschaft davor, von einem Selbstläufer auszugehen. „Wir müssen immer noch in jedem Spiel an die Grenzen unseres Leistungsvermögens gehen. Machen wir das nicht, dann haben wir ein Riesenproblem“, weiß Krimphove. „Aber da sich die Spieler untereinander gut kennen, glaube ich nicht, dass wir Schalksmühle unterschätzen. Den Ausschlag wird geben, wer mehr gewinnen will. Die Mannschaft muss zeigen, dass sie will.“

Ibbenbürener SV: Bierbaum, Ostendorf; Tennigkeit (?), Richter, Jäger, Wunsch, Pansing, J. Wiesmann (?), D. Wiesmann, Fütterer, Hüsener, Dreiszis (?), Stöcker.

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