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"Vorstadtkrokodile"-Star Leonie Tepe

Allein unter Jungs

Julia Gottschick

Köln/Emsdetten - Am Donnerstag feierte sie mit „Vorstadtkrokodile 3“ in deutschen Kinos Premiere, den ersten - laut Jury pädagogisch wertvollsten - Teil wird sie im Rahmen der NRW-Schulkino-Wochen Schülern persönlich vorstellen. Unter Jugendlichen ihres Alters ist die Geschichte um eine Bande von Arbeiterkindern im Ruhrgebiet Kult und sie schon so etwas wie ein kleiner Star: Leonie Tepe, 15 Jahre jung und Nachwuchsschauspielerin aus Köln.

Spricht man sie auf ihre Bekanntheit an, winkt Leonie ab. Als Star würde sie sich selbst schon mal gar nicht bezeichnen, stellt sie klar, „aber es macht schon Spaß, wenn Leute einen auf der Straße erkennen, und es ist ein cooles Gefühl, wenn sie gerade wegen mir in ei­nen Film gehen.“ Vorstadtkrokodile, da spielt Leonie die hübsche Maria, die - fast allein unter Jungs - so manches Abenteuer erlebt. Soviel Zeit mit Jungs zu verbringen, war für die Schülerin nicht ungewöhnlich. „Ich hab schon früher eher mit Jungs abgehangen“, verrät sie lässig. Außerdem habe sie bereits beim Casting für die Rolle gewusst, was auf sie zukommt.

„Dazu waren viele, viele Mädels eingeladen und ich natürlich super-aufgeregt“, erinnert sich die 15-Jährige. Für sie war es nach den Fernsehverfilmungen der Amelie-Fried-Kinderkrimis „Taco und Kaninchen“ und Nebenrollen, etwa in „Soko Köln“, der erste Kinofilm überhaupt. Inzwischen können sich Jugendliche ihres Alters Leonie gar nicht mehr von der großen Leinwand wegdenken.

Auch sie selbst ist ein großer Filmfan und kuschelt sich gern mit Freunden in die Kinosessel. Die „Vorstadtkrokodile“ hat sie sich bei so einer Gelegenheit auch angesehen und findet sich selbst, auf der Leinwand, „ein bisschen unwirklich“. So richtig entspannen könne sie da nicht, lacht Leonie, „weil ich mich an den Drehtag erinnere und überlege: Was hätte ich nicht alles besser oder anders machen können?“

Auch wenn sie Filme mit anderen Schauspielern anschaut, ist ihre Herangehensweise die eines Profis. „Naja, ich analysiere: Was für eine Kameraeinstellung hat der Regisseur jetzt gewählt - und wieso?“ Berührungsängste haben ihre Schulkameraden nicht, kennen sie Leonie doch von klein auf. „Und ich glaube, ich bin so ziemlich dieselbe geblieben.“ Ein gutes Maß dafür ist ihre Familie, die ihr ordentlich den Kopf wäscht, wenn sie droht abzuheben. „Sobald ich Marotten entwickle, weisen die mich in meine Schranken“, ist sich Leonie Tepe sicher.

Für die Nachwuchsschauspielerin gibt es keine Alternative zum Kino. Auch heutzutage nicht, da illegale In­ternetplattformen Möglichkeiten bieten, Filme bereits kurz nach dem Kinostart auf dem PC zu schauen. „Selbst wenn Kino für Jugendliche meines Alters relativ teuer ist, ist und bleibt es beliebt. Vor allem als Treffpunkt fürs erste Date.“

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