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Rot Weiss Ahlen

Alles ist möglich

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Ahlen. Zwei Wochen Meisterschaftspause für die Fußballer von Regionalligist Rot-Weiß Ahlen, Zeit zur Erholung, Zeit die vergangenen Spiele noch einmal aufzuarbeiten, insbesondere aber auch Zeit für die Rekonvaleszenten, wieder richtig fit zu werden für die heiße Phase des ersten Saisonabschnittes. Zuvor allerdings werden sie alle noch einmal intensiv gefordert, schließlich geht es morgen Nachmittag in die Landeshauptstadt, wo Fortuna Düsseldorf ab 14 Uhr Gastgeber sein wird.

Rot-Weiß Ahlen in der LTU-Arena, da kommen zwangsläufig Erinnerungen an den ersten Spieltag der vergangenen Saison hoch. Völlig unerwartet landeten die Ahlener damals einen 3:0-Auswärtssieg, „der uns von Anfang an in eine Position gebracht hat, die nicht optimal war“, erinnert sich Düsseldorfs Trainer Uwe Weidemann gut, wenn auch ungern an den Auftakt im August 2006. In dieser Spielzeit sieht es für die Rheinländer ein wenig anders aus. Der ehemalige Profi kann derzeit zufrieden auf einen dritten Tabellenplatz blicken, da schmerzt auch nicht, dass Kickers Emden den spielfreien Tag der Fortunen genutzt hat, um an ihnen vorbeizuziehen.

„Mit 21 Punkten liegen wir voll im Soll“, bereitet dem Cheftrainer der Höhenflug der Norddeutschen allerdings keine Probleme. „Abgerechnet wird zum Schluss“, richtet er den Blick schon jetzt auf den zweiten Saisonteil und liegt hier auf einer Wellenlänge mit Heiko Bonan, dem früheren Trainer von Rot-Weiß Ahlen, der jetzt Essen betreut: „Egal, wie aktuell der Punktestand ist, Aufstieg und Quali zur Dritten Liga werden erst in der Rückserie entschieden.“

Hiermit mag er Recht haben, ein gewisser Grundstock für die jeweiligen Ziele wird allerdings schon jetzt gelegt, das wissen die Fortunen, aber auch die Ahlener, denen der erhoffte große Wurf, durch einen Sieg über Oberhausen mit den Düsseldorfern gleichzuziehen, nicht gelungen ist.

Nun droht ihnen ein kleiner Fall ins untere Mittelfeld, denn bei einer weiteren Niederlage morgen in der LTU-Arena können die anderen Mitkonkurrenten im Kampf um einen Qualifikationsplatz eine Woche später nochmals zulegen, dann nämlich sind die Ahlener spielfrei.

„Ahlen ist für uns ein Konkurrent im Kampf um den Einzug in die Dritte Liga, deshalb hat ein Sieg große Bedeutung, können wir den Abstand doch auf sechs Zähler wachsen lassen“, ist Uwe Weidemann für die morgige Partie ganz auf Erfolg programmiert, von der Niederlage im vergangenen Jahr will er nichts mehr wissen.

Der Druck auf ihn ist allerdings immens, denn angesichts des Millionenkaders ist er quasi zur Qualifikation verdammt. Nicht wenige in Düsseldorf haben die Sorge, dass es mit dem Verein bergab geht, sollte dieses Minimalziel nicht erreicht werden. Um ganz oben mitzuspielen, scheint dem Kader die Qualität zu fehlen, auch wenn der aktuelle Tabellenstand derzeit zumindest noch darauf hindeutet, dass es für die Fortunen auch um den Aufstieg in die Zweite Liga gehen kann.

Gleich drei Stürmer (Wolf, Feinbier und Podszus) haben die Düsseldorfer zu Saisonbeginn verloren, mit Kastrati und Lawaree unterschrieben allerdings zwei zweitligaerfahrene und torgefährliche Stürmer Verträge für zunächst einmal diese Saison. So richtig angekommen sind sie im Rheinland jedoch noch nicht. Aber auch die anderen Offensiven der Rheinländer haben Probleme beim Ausnutzen der Torchancen. Nur elf Treffer in bislang elf ausgetragenen Begegnungen offenbaren das größte Manko im Fortunenspiel. Beeindruckend hingegen die Defensivarbeit. Uwe Weideman, der auch in diesem Jahr auf die Viererkette, einen zentralen Defensiven sowie drei Offensive und zwei Stürmer setzt, musste bislang erst vier Treffer gegen seine Elf beobachten. Eine beeindruckende Bilanz, wobei der aktuell Tabellendritte 50 Prozent dieser Tore vor zwei Wochen im Auswärtsspiel bei Rot-Weiß Oberhausen (2:2) kassierte, also ausgerechnet bei der Elf, die vor einer Woche im Wersestadion mit 3:1 gewinnen konnte.

Alles Indizien, die nicht gerade für einen Ahlener (Teil-)Erfolg sprechen. Aber das war auch im August letzten Jahres schon so. So gesehen ist morgen Nachmittag vor sicherlich wieder toller Kulisse in diesem herrlichen Fußballstadion wirklich alles möglich.

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