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Alles wieder königsblau? - FC Schalke 04 träumt von noch besseren Zeiten

Jürgen Beckgerd

Gelsenkirchen - Die Fans feierten schon die wunderbare Wiederkehr des FC Schalke 04 ins reale Leben. Hatte Königsblau nicht acht von 20 Pflichtspielen in der aktuellen Spielzeit - und damit so viele wie in der gesamten zurückliegenden Saison - verloren? Hatten die Auguren nicht schon den Kampf um den Klassenerhalt zur Maxime erklärt? Schien der mit 13 Neuverpflichtungen zusammengekaufte Kader nicht zwischenzeitlich Trainer Felix Magath als zu große Bürde? Ja.

Das galt aber nur bis Mittwoch Abend, 22.34 Uhr. Das 3:0 in der Champion League gegen Olympique Lyon in der Schalke-Arena nach Toren von Jefferson Farfan (14.) und Klaas-Jan Huntelaar (20., 89.) straft zunächst alle Kritiker Lügen und lässt viele Skeptiker verstummen.

Vielleicht ist die Wende geschafft, immerhin haben die Schalker auch in der Liga mit zuletzt sieben Punkten aus drei Spielen zur Aufholjagd geblasen. In der Königsklasse haben sie nun sicher das Achtelfinale erreicht, was neben dem Uefa-Startgeld in Höhe von 7,1 Millionen, Zuschauereinnahmen und dem sogenannten Champions-League-Pool mindestens 28 Millionen Euro Einnahmen garantiert - wohlgemerkt bis zum Achtelfinale.

Felix Magath versenkte am Mittwoch kurz vor Mitternacht den Teebeutel besonders genüsslich in die Tasse heißen Wassers, als er die Partie beschrieb. Der Coach schmunzelte angesichts der starken Leistung seiner Kicker und der sich daraus ableitenden sportlichen wie finanziellen Perspektiven. „Das war unsere stärkste erste Halbzeit bislang.“

Die Erleichterung war dem Schalker Coach anzumerken. „Ich weiß ja nicht, ob wir schon so weit sind, dass wir Real Madrid oder FC Barcelona schlagen können“, flachste der 57-Jährige. Dessen Pendant auf Lyons Seite, Claude Puel, sagte es, wie es war: „Wir waren gar nicht in der Lage, mitzuhalten, die haben alles eingebracht, um dieses Spiel zu gewinnen. Das war ein hoch verdienter Sieg für Schalke.“ Chapeau, Monsieur. - Das war ehrlich.

Und während die Fans draußen ihre Uefa-Cup-Hymne sangen - „Wir schlugen Roda, wir schlugen Trabzon...“, die beim größten Triumph 1997 die Spielerfrauen gedichtet haben sollen - zeigte Magath, der ja als nüchterner Analytiker gilt, ganz viel Gefühl: „Die Fans mussten so viel Geduld mitbringen. Danke dafür.“ In den letzten drei Heimspielen wurde die Anhängerschar immerhin mit 10:0 Toren (3:0 gegen St. Pauli, 4:0 gegen Bremen, 3:0 gegen Lyon) verwöhnt.

So soll es bleiben, doch Innenverteidiger Benedikt Höwedes bewies Besonnenheit: „In der Tabelle stehen wir ja immer noch schlecht da. Und Klaas-Jan Huntelaar, der im fünften Champions-League-Spiel für Schalke seine Tore zwei und drei erzielte, goss Wasser in den freudetrunken machenden Wein: „Wir haben gut gespielt, aber wir müssen auf das nächste Spiel sehen und das ist in Kaiserslautern.

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