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Am Tag danach: Weiße Markierungen und Stille

Erhard Kurlemann

Lengerich - Eine schon fast gespenstische Stille: die Lienener Straße war gestern Nachmittag erneut für gut zwei Stunden gesperrt. Überall erinnern weiße Markierungen an die Ereignisse des Vortages.

Ein Team des Landeskriminalamtes aus Düsseldorf sichert Spuren, um das schreckliche Geschehen von Donnerstag aufklären zu können. Dazu wurden zunächst die Stellen eigens weiß hervorgehoben, an denen Trümmerteile gefunden worden waren. Und weiße Kreuze trennen die einzelne Sektoren.

„Es ist wichtig, möglichst viele Daten aufnehmen zu können“, erläutert Hauptkommissar Klaus Klostermann, Leiter des Verkehrskommissariats in Rheine. Bei Unfällen mit „einem ausgedehnten Spurenfeld“ würden die LKA-Teams zur Unterstützung gerufen. Das gelte etwa auch für Tatortvermessungen bei Kriminalfällen.

Gut 20 Minuten kreiste ein Hubschrauber über Hohne und bleibt immer wieder in der Luft stehen. „Von oben entstehen maßstabgerechte Skizzen, die in die Computerprogramme einfließen, die dann helfen, Unfallhergänge zu rekonstruieren“, beschreibt Klostermann das Verfahren. Früher seien umfangreiche Arbeiten mit Maßband und Kreide notwendig gewesen. „Danach wurden Spurenbilder oft mit der Hand gezeichnet.“ Das Auswerten habe erhebliche Zeit beansprucht.

Aktuell koste das Markieren die meiste Zeit - es muss immer noch mit der Hand erledigt werden. Die Methode funktioniere insgesamt „hervorragend“, betont Klostermann. In wenigen Tagen könne bereits ein Ergebnis vorliegen.

Viele Passanten - nicht nur Anwohner - beobachten die Arbeit der Polizei. Einigen Anwohnern steckt der Schrecken des Unfalls noch in den Gliedern. „So etwas habe ich noch nicht erlebt. Das war schlimmer als im Film“, erzählt einer.

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