1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Amerikaner staunen über "Germany"

  6. >

Politik Ausland

Amerikaner staunen über "Germany"

wn

Washington - Wenn US-Bürger an Deutschland denken, kommen ihnen neben Bier, Bratwurst, Oktoberfest und Burgen auch Begriffe wie „Disziplin“ und „Kraft“ in den Sinn. Doch diese traditionellen Werte, so urteilt jetzt die Tageszeitung „USA Today“, sind erst einmal vergessen - dank des WM-Auftritts des deutschen Teams. Denn die multikulturelle Mannschaft, so das Blatt, stehe nun für ungewohnte „Leichtigkeit und Kreativität,“ wiederbelebt durch eine neue Generation.

Auch der Berliner US-Botschafter Phil Murphy lobte das Team unlängst im Gespräch mit unserer Zeitung: „Fantastisch. Ich war so begeistert“, erklärte er. Besonders freut er sich über den erfrischenden neuen Patriotismus der Deutschen, die vielen Flaggen. Sie spiegeln für ihn ein positives Identitätsgefühl wider, das besonders Nationen mit vielen unterschiedlichen Einwanderern - wie die USA - als gesellschaftlichen Kitt benötigen: „Je mehr Deutschland als Nation zusammenwächst, desto besser für die Deutschen und für seine Partner. Das hat nichts mit übertriebenem Nationalismus zu tun. Ihr solltet stolz auf eure Nationalelf sein.“

Das positive Bild einer gelungenen Integration von Einwanderern beim wichtigen transatlantischen Partnerland findet sich derzeit auch in anderen US-Medien. Die „New York Times“ betonte beispielsweise in ihrer Wochenendausgabe, das Team sei „durch Jugend gestärkt“ und durch die „erfrischenden Talente der Einwanderersöhne“ gesegnet.

Zum sportlichen Aspekt gesellt sich dabei auch der Blick auf die Begeisterung in Deutschland. Stellvertretend für alle Fans könnte dabei -- wie im „Wall Street Journal“ beschrieben - der Geschäftsmann Joussef Bassal stehen, ein in Berlin lebender Einwanderer aus dem Libanon.

Die New Yorker Zeitung berichtet ausführlich über die große Deutschlandfahne, die vom Balkon Bassals im von Immigranten dominierten Stadtteil Neukölln weht und bereits zweimal Vandalen zum Opfer fiel. Dieser leidenschaftliche WM-Patriotismus, so urteilt das Blatt, habe in Deutschland viele dazu gebracht, noch bestehende Vorurteile zu überdenken.

Startseite