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„An Dummheit nicht zu überbieten“

Münster. Es war ein Spiel zum Verrücktwerden. 1:1 (0:1) trennten sich gestern in der Landesliga die Preußen-Reserve und die SG Herten-Langenbochum. Das Ergebnis war zwar ziemlich unspektakulär, aber trotzdem wären hinterher eigentlich fast alle...

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Münster. Es war ein Spiel zum Verrücktwerden. 1:1 (0:1) trennten sich gestern in der Landesliga die Preußen-Reserve und die SG Herten-Langenbochum. Das Ergebnis war zwar ziemlich unspektakulär, aber trotzdem wären hinterher eigentlich fast alle Beteiligten Kandidaten für ein Anti-Aggressions-Training gewesen.

Die Preußen waren nach einem Patzer von Goran Mikic früh in Rückstand geraten (Muzaffer/8.). Als dem eingewechselten Patrick Wensing dann eine Viertelstunde vor Schluss endlich der Ausgleich gelang, ging es plötzlich im Preußenstadion richtig rund. Die Gäste hatten nämlich ein Foul von Wensing gesehen, und diese Meinung teilten die Langenbochumer Schiedsrichter Thorsten Derbort auch recht deutlich mit. Die Jungs aus dem Ruhrgebiet machten dabei aus ihrem Herzen keine Mördergrube und wählten das eine oder andere Wort, dass Derbort offensichtlich lieber nicht gehört hätte. Konsequenz: Drei Rote Karten auf einmal für die wütenden Gäste. Mit der Herausstellung von Stemmer, Kühn und Pechliwanis war der Schiedsrichter aber noch nicht fertig. Später sah auch noch der Langenbochumer Romberg die Ampelkarte (88.).

Am Ende standen die Gäste also nur noch mit sechs Feldspielern auf dem Platz. Wer allerdings gedacht hatte, jetzt hätten sich die Preußen den Tabellenführer mundgerecht zurechtgelegt und würden noch den Siegtreffer machen, hatte sich dabei dann geirrt. Kopf- und planlos rannte der SCP gegen den dezimierten Gegner an. Josef Maffenbeier hatte schon vorher vier absolute Großchancen vergeben, in Überzahl kamen die Preußen jetzt aber noch nicht einmal mehr zu gefährlichen Szenen.

Trainer Cihan Tasdelen musste daher nach dem Spiel mühsam um Fassung ringen: „Die Fehler machen mich wahnsinnig. An Dummheit ist das doch gar nicht zu überbieten, dass wir mit elf gegen sieben nicht treffen“, schimpfte der Coach. „Seit Wochen zeigen wir nicht unsere normale Leistung, nichts hat sich verbessert.“ Gerade mit der Offensivleistung haderte Tasdelen: „Wofür hat man denn Stürmer? Irgendwann ist auch mal Schluss“, schüttelte er den Kopf über die extreme Abschlussschwäche seiner Mannschaft.

Preußen 2: Otte – Dieckmann, Mikic (65. Wensing), Pufal, Heitmann – Dej, Melzer – Jeyanthira, Bakalorz, Maffenbeier – Seidel (46. Nassrallah).

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