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Filmrezensionen

„Ananas Express“: Nur halb witzig

Gian-Philip Andreas

Da dachte man noch, das Genre des Kifferfilms sei seit den Tagen von „Cheech & Chong“ endgültig verraucht und verpeilter Marihuanakonsum bloß noch Bestandteil von Brit-Komödien wie „Grasgeflüster“ oder schräger Fernsehserien wie „Weeds“, doch jetzt bringt der momentan omnipräsente Komödienguru Judd Apatow seinen „Ananas Express“ ins Kino.

Darin sind nicht nur die beiden Hauptfiguren ständig high, auch das Drehbuch scheint unter dem Einfluss entsprechender Stimulanzien entstanden zu sein. Am Anfang ist das noch ganz lustig.

Da erwischt der Gerichtsbote Dale (Seth Rogen aus Apatows „Beim ersten Mal“) sowohl das Gesetz als auch die Drogen-Mafia bei mörderischer Korruption.

Fortan muss er fliehen, zusammen mit seinem hibbeligen Drogenlieferanten, den James Franco („Spider-Man“) köstlich neben der Spur spielt. Dann aber macht Regisseur David Gordon Green viel zu sehr auf Tarantino, und die Kifferkomödie wird zur zynischen Gewaltgroteske – die mit fast zwei Stunden Laufzeit eindeutig zu lang ist für das kurze, knackige B-Movie, das sie hätte werden können.

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