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Angebliche „Streichliste“ der Bahn sorgt für Verunsicherung

Martin Ellerich

Münster - Das Dementi kam prompt - aber es kann angesichts der Finanzlage des Bundes die Sorgen um den Ausbau der Bahnstrecke Münster-Lünen nicht völlig vertreiben. „Es gibt bei der Bahn keine Streichliste“, erklärte ein Bahnsprecher mit Blick auf entsprechende Medienberichte. In denen waren bundesweit zwölf große Ausbauprojekte - darunter die für das Münsterland so wichtige Strecke - als „bei derzeitiger Finanzplanung bis 2025 nicht finanzierbar“ aufgeführt.

„Grundsätzlich entscheidet nicht die Bahn, sondern das Ministerium über die Bedarfspläne“, erklärte das Bundesverkehrsministerium. Zwar würden die Bundesverkehrswegepläne derzeit überarbeitet und neu bewertet. Aber: „Hier wird nach Bedarf und nicht nach möglichen Streichlisten entschieden“, betonte ein Sprecher gegenüber unserer Zeitung.

Auch der münsterische CDU-Landtagsabgeordnete Prof. Thomas Sternberg zeigte sich mit Blick auf den Ausbau des derzeit noch eingleisigen Nadelöhrs nach Dortmund zuversichtlich: Schließlich werde die Planung vom Land NRW vorfinanziert. Aus diesen Verträgen könnten Bund und Bahn nicht einfach aussteigen. Erst im August 2009 hatten NRW und Bahn den Vertrag über die Vorfinanzierung der 45 Kilometer langen Strecke unterzeichnet, um das Projekt voranzutreiben.

Noch kurz vor Weihnachten habe die Bahn ihm versichert, die technische Planung laufe nach Plan, betonte Sternbergs CDU-Kollege Werner Jostmeier (Dülmen).

Das NRW-Landesverkehrsministerium gibt sich ebenfalls „sehr gelassen“. Das Projekt stehe im „Masterplans Nordrhein-Westfalen“ und „wir gehen davon aus, dass alles, was vereinbart ist, auch umgesetzt wird“, so ein Sprecher des NRW-Ministeriums. Bezahlen müsste den Ausbau aber der Bund, und der ist bekanntlich klamm. „Wir wissen, dass alle Verkehrsprojekte chronisch unterfinanziert sind“, sagte Karl Peter Naumann, Sprecher des Fahrgastverbandes Pro Bahn.

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