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USC Münster

Angriff auf die Spitze

Wilfried Sprenger

Münster - Preußen Münster hält die Stadt in Atem. Doch es gibt auch noch Sport neben dem SCP. Volleyball beispielsweise. 1022 Zuschauer sahen am Samstagabend das letzte Saisonspiel der USC-Damen in der Bundesliga. Sie erlebten einen 3:1 (25:15, 25:23, 22:25, 25:17)-Erfolg über den SC Potsdam und feierten nachher fröhlich das Ende der Serie. Mit einer fabelhaften Rückrunde haben sich die Unabhängigen zurück in die Herzen ihrer Fans gespielt, die in der ersten Hälfte oft gelitten hatten unter enttäuschenden, mitunter sogar indiskutablen Vorstellungen. Der USC lebt, und in der nächsten Saison will er auch wieder die Spitzenmannschaften im Land angreifen. „Diesem Team gehört die Zukunft“, sagt Präsident Matthias Fell zuversichtlich.

Bei allem Optimismus und bei aller Freude über das Rückrunden-Ergebnis (elf Siege, drei Niederlagen) - Münster muss sich verstärken (nicht ergänzen), wenn es tatsächlich plant, Mannschaften vom Kaliber Dresdens, Vilsbiburgs und Schwerins auf Augenhöhe zu begegnen. „Die Bank gewinnt Spiele. Alle Topmannschaften konnten in dieser Saison auf gleichem Niveau wechseln, wir nicht. Das muss sich ändern, wenn wir nach vorn kommen wollen“, erklärt der Sportliche Leiter Jürgen Schulz.

Bedarf hat Münster in der Mitte und im Bereich Außen/Annahme. Nach dem Weggang der Belgierin Gwendoline Horemans stehen nur noch zwei Mittelblockerinnen (Andrea Berg, Lea Hildebrand) im Kader. Und auf der Außenposition würden sich Hana Cutura und Ines Bathen über gelegentliche Entlastung gewiss freuen. Talent Sina Fuchs gab am Samstag ihr Comeback nach langer Pause. Doch die schwere Knieverletzung hat die 18-Jährige in ihrer so positiven Entwicklung zurückgeworfen. Sie als Vollzeitkraft einzuplanen, wäre fahrlässig. Und dann laufen die Unabhängigen ja auch noch Gefahr, die überragende Cutura zu verlieren. Die Kroatin steht zwar bis Juni 2012 in Münster unter Vertrag. Das Papier beinhaltet jedoch eine Klausel, die ihr einen Wechsel zu einem Club ermöglicht, der in der kommenden Saison in der Champions League spielt. Seit geraumer Zeit bereits steht die 23-Jährige unter Beobachtung. Sie selbst sagt, dass sie eine Entscheidung „in Ruhe“ treffen werde. Matthias Fell geht davon aus, dass sie bleibt. „Ich habe da ein ganz gutes Gefühl“, sagt er.

„Seit Januar“ (Schulz) sondiert der USC den Markt nach Verstärkungen. In erster Linie ist er dabei im Ausland unterwegs. Zwei Kandidatinnen waren bereits in Münster, einen Abschluss gibt es noch nicht. „Viele Bewerberinnen würden gern international spielen, um sich zu zeigen und ihren Marktwert zu erhöhen. Das können wir in dieser Saison nicht bieten“, erklärt Schulz.

Gleichwohl sind die Verantwortlichen guten Mutes, die Qualität der Mannschaft zu verbessern. Schlussendlich ist es auch eine Frage der Finanzen. „Ich gehe davon aus, dass jetzt nicht alle Sponsoren zu den Preußen umschwenken. Deutscher Meister kann man in Münster schließlich nur mit dem USC werden“, sagt Schulz. Fell gibt schon jetzt Entwarnung. „Unsere Rückrunde war großartig. Das sehen auch unsere Sponsoren so. Einige haben ihr Engagement erhöht. Und dann haben wir auch neue hinzugewonnen. Wenn nichts Unvorhersehbares passiert, greifen wir in der nächsten Saison an.“

Erster Spieltag ist am 16. Oktober. Münster startet daheim gegen Hamburg.

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