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Anzeige gegen Angreifer aus dem Netz

Günter Benning

Münster - „Das war eine Art von Sabotage.“ Auch einen Tag nach dem Angriff auf die Internetseite der Stadt ­(muenster.de) ist der Ärger bei Presseamtsleiter Joachim Schiek groß. Die Stadt werde Strafanzeige gegen unbekannt stellen. Allerdings dürfte es schwer werden, Schuldige auszumachen.

Der Angriff sei durch ein „illegales Botnetz verübt worden“, sagt Jana Wessel vom Netzbetreiber Versatel. Es gehe also nicht um Hacker, die sich Zugriff auf fremde Internetseiten verschaffen, sondern um einen konzentrierten Angriff, der von vielen Computern ausgeht. Mehrere Stunden lang war die Internetseite der Stadt nicht zu erreichen.

„In der Regel geht das von Geräten aus, die mit Trojanern infiziert sind“, sagt Tim Griese vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Meist wüssten ihre Besitzer nichts davon, bemerken nicht, dass sie fremdgesteuert sind.

Griese rät zu den üblichen Vorsichtsmaßnahmen: „Immer die Virensoftware aktuell halten und Updates von Computerprogrammen in­stallieren.“ Nur so werden Sicherheitslücken aktuell gestopft. Im Übrigen hat der Verband der deutschen Internetwirtschaft vergangenes Jahr eine Internetseite geschaltet, die über Angriffe informiert und kostenlose Schutzprogramme zum Her­unterladen anbietet (www.botfrei.de).

Immer häufiger stellen Botnetz-Angriffe eine wirtschaftliche Gefahr für das Internetgewerbe dar. Für den Netzbetreiber Versatel war es etwa beim Angriff auf die Münster-Seite nicht möglich, zwischen normalen Anfragen und fremdgesteuerten zu unterscheiden. Erst nach 20 Uhr am Mittwochabend ließ die Intensität der Aufrufe nach.

Über die Motivation für solche Angriffe rätseln die Experten. „Im E-Commerce“, sagt Tim Griese, „geht es oft um einfache Erpressung.“

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