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IVZ-Lokalfenster - Tecklenburger Land

Arbeitslosenquote steuert auf Tiefststand zu

Frank Klausmeyer

Tecklenburger Land - Manchmal lohnt ein weiter Blick zurück, um zu erkennen, wie gut die aktuelle Lage wirklich ist. Die Erwerbslosigkeit im Tecklenburger Land bewegt sich jedenfalls auf einen neuen Tiefststand seit Jahrzehnten zu.

Für den Juni meldet die Agentur für Arbeit in Ibbenbüren eine Quote von 3,7 Prozent. Nur im Herbst 2008 lag sie mit 3,6 Prozent noch knapp darunter. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren, als die Weltwirtschaft nach der großen Krise zu Beginn des Jahrtausend wieder kräftig Tritt gefasst hatte, betrug sie noch 6,3 Prozent.

Einmal mehr bedeuten die Zahlen aus der Bergmannsstadt den besten Wert aller Arbeitsagenturen im Kreis Steinfurt, wo der Durchschnitt bei 4,4 Prozent liegt. Im Juni waren in Ibbenbüren 2165 Frauen und Männer als erwerbslos registriert - ein Minus gegenüber dem Vorjahresmonat von 185 oder 7,9 Prozent.

Dabei waren die Zahlen in allen Orten rückläufig, wenngleich es große Unterschiede gibt. Während in Lotte nur ein Rückgang von 2,1 und in Westerkappeln von 6,1 Prozent zu verzeichnen war, sank die Arbeitslosigkeit in Mettingen binnen eines Jahres um 22 Prozent und in Tecklenburg sogar um über 25 Prozent.

In Tecklenburg hat sich die Arbeitslosigkeit seit 2006 auf zuletzt 106 Betroffene sogar halbiert. Mettingen und Recke weisen eine ähnlich gute Entwicklung auf. Schlusslicht in dieser „Fünfjahreswertung“ ist wieder Lotte mit einem Minus von „nur“ 21,1 Prozent.

Gleichwohl: Diese Daten sagen nur bedingt etwas über die Wirtschaftskraft eines Ortes aus. Überdies muss bei der guten Entwicklung berücksichtigt werden, dass die Arbeitsagentur in den vergangenen fünf Jahren statistische Berechnungsgrundlagen verändert hat. Nichtsdestotrotz bleibt ein überaus positiver Trend festzuhalten.

Das sieht auch Reinhold Strunk-Erpenstein, Chef der Arbeitsverwaltung im Kreis Steinfurt so: „Die Konjunktur ist weiter stabil und die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften nach wie vor hoch.“ Mittlerweile könne der Bedarf nach Fachkräften in der Region teilweise schon nicht mehr gedeckt werden; besonders bei Ärzten, Pflegepersonal, Ingenieuren sowie in der Metall und Elektrobranche.

Bei der Arbeitsagentur Ibbenbüren waren im Juni 591 offene Stellen gemeldet. Das ist ein Plus von fast 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auf Dauer werde man nicht umhin können, in der Region mit allen Beteiligten eine Strategie zu entwickeln, um den Fachkräftemangel zu begegnen, erklärt Reinhold Strunk-Erpenstein.

Als besonders erfreulich bewertet er die Tatsache, dass mittlerweile alle Altersgruppen von der positiven Situation am Arbeitsmarkt profitieren könnten. So sind in und um Ibbenbüren auch bei den über 50-Jährigen und den Schwerbehinderten Rückgänge bei der Erwerbslosigkeit festzustellen.

Leicht gestiegen ist allerdings die Zahl der Jugendlichen und Heranwachsenden ohne festen Job, was zu dieser Jahreszeit jedoch wohl vorrangig mit dem Ende von Schul- oder Ausbildungszeiten zusammenhängen dürfte.

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