1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Arbeitsmarkt-Bilanz fällt gemischt aus

  6. >

IVZ-Lokalfenster - Tecklenburger Land

Arbeitsmarkt-Bilanz fällt gemischt aus

Frank Klausmeyer

Tecklenburger Land - Die Bilanz für den Arbeitsmarkt in der Region Ibbenbüren fällt im September gemischt aus. Zwar ist die Zahl der Erwerbslosen gegenüber August leicht rückläufig gewesen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gibt es jedoch - anders als in fast allen Arbeitsamtsbezirken des Kreises - eine Zunahme.

Diese Situation resultiere aber ausschließlich aus der Entwicklung im Bereich der Langzeitarbeitslosen, gibt Klemens Vermillion, Leiter der Arbeitsagentur in Ibbenbüren zu bedenken.

2518 Frauen und Männer waren im September in Ibbenbüren als erwerbslos registriert. Das sind 105 Personen weniger als im August, aber 39 mehr als im Vorjahresmonat. Während es bei den Menschen, die kürzer als ein Jahr erwerbslos sind, eine positive Entwicklung gab, ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen seit August um 24 und gegenüber September 2009 um knapp 100 Personen gestiegen. Dies sei möglicherweise noch eine Folgewirkung der Wirtschaftskrise, vermutet Vermillion.

Klaus Effing, Sachgebietsleiter bei Stark (Steinfurt Arbeitsförderung kommunal) führt den Zuwachs bei den Langzeitarbeitslosen vor allem darauf zurück, „dass wir einige Maßnahmen nicht mehr im Angebot haben.“ Denn Erwerbslose, die beispielsweise in einem Weiterbildungskursus stecken, fliegen aus der Statistik. Im Konjunkturpaket II habe der Bund auch zusätzliche Mittel für den Arbeitsmarkt bereitgestellt. „Diese laufen jetzt aus“, berichtet Effing.

Vor allem Männer haben von der jüngsten Wirtschaftsbelebung profitiert. 1234 waren zuletzt in und um Ibbenbüren arbeitslos gemeldet, was einem Rückgang gegenüber August von 7,1 Prozent entspricht. Vor allem in der Baubranche und im Baunebengewerbe würden derzeit verstärkt Fachkräfte gesucht, berichtete Reinhold Strunck-Erpenstein, Chef der Arbeitsverwaltung im Kreis Steinfurt.

Auch bei jungen Leuten sei die Arbeitslosigkeit binnen eines Monats deutlich zurückgegangen; im Raum Ibbenbüren um fast 20 Prozent auf jetzt 307 Personen unter 25 Jahre. Für Ältere, Schwerbehinderte und Langzeitarbeitslose gestaltet sich die Jobsuche nach Darstellung von Strunck-Erpenstein dagegen schwieriger.

Im Tecklenburger Land fällt die Entwicklung am Arbeitsmarkt im Jahresvergleich höchst unterschiedlich aus. Während es beispielsweise in Recke insgesamt deutlich mehr Arbeitslose gibt (+ 17 Prozent), sind es in Tecklenburg erheblich weniger (- 23 Prozent). In Recke hängt dies möglicherweise mit dem Auslaufen von saisonalen Beschäftigungsverhältnissen in der Eisfabrik zusammen.

Die Zunahme in Westerkappeln (+ 6 Prozent) und Lotte (+ 5 Prozent) könnte noch eine Folge der Karmann-Entlassungswelle sein. Insgesamt stelle sich die Situation für die früheren Beschäftigten des insolventen Autobauers aber positiver dar als zwischenzeitlich zu befürchten war, betont Vermillion. Und dies könnte auch so bleiben. Denn nach der Übernahme des Fahrzeugherstellers durch den VW-Konzern beginnt dieser damit, wieder Personal aufzubauen. Anfang 2011 sei mit vermehrten Einstellungen zu rechnen, stellt Vermillion in Aussicht.

Während die Arbeitslosenquote kreisweit im Jahresvergleich gesunken ist, verharrt sie in der Region Ibbenbüren bei 4,4 Prozent. Ab einer gewissen Marke werde es schwieriger, bessere Werte zu erreichen, sagt Vermillion. Die Zahl passender Bewerber für eine offene Stelle sei dann kleiner.

Startseite