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Sparkassen-Filiale

Arkaden-Überfälle: Die Spur führt nach Weißrussland

Dirk Anger

Münster -Die Hintermänner der beiden spektakulären Überfälle auf die Sparkassen-Filiale in den Münster-Arkaden sitzen nach Erkenntnissen von Polizei und Staatsanwaltschaft in Weißrussland. Im Zuge bundesweiter Ermittlungen und der Klärung einer Serie von mehr als 80 Banküberfällen waren die Fahnder auf die Spur nach Osteuropa gestoßen. Dort wie hierzulande gab es in diesem Zusammenhang zahlreiche Verhaftungen. Gegen insgesamt drei Männer aus Weißrussland hat die Staatsanwaltschaft Münster aktuell Anklage erhoben. Wegen schweren Raubs müssen sie sich nach Angaben von Presse-Staatsanwalt Stefan Lechtape demnächst vor dem Landgericht verantworten.

Zwei Männer im Alter von 24 und 35 Jahren kommen im August auf die Anklagebank: Sie waren kurz nach dem Überfall auf die Sparkasse in den Arkaden am 22. Februar festgenommen worden. Einem der beiden werden vier weitere Überfälle in Werl, Düsseldorf, Mönchengladbach und Braunschweig zur Last gelegt.

Ein dritter ebenfalls 24-jähriger Beschuldigter wurde Mitte März in einer Asylunterkunft in Chemnitz festgenommen, wie es in einer Erklärung der Staatsanwaltschaft Münster und des Polizeipräsidiums Recklinghausen heißt. Der Mann soll am 20. August 2010 mit einem Mittäter die Arkaden-Filiale überfallen haben. Diese Tat wie drei weitere Sparkassen-Überfälle im Bundesgebiet habe er inzwischen eingeräumt, so die Ermittler. Nach seinem Mittäter werde international gefahndet.

Die drei in Münster angeklagten Männer gehören nach den Worten der Ermittler zu einer aus Weißrussland stammenden Tätergruppe. Von dort aus seien die Überfälle auch organisiert und geplant worden. Von der Beute mussten die in Deutschland aktiven Täter die Hälfte an ihre Hintermänner abgeben, heißt es. Bei den Durchsuchungen in Weißrussland konnte ein Teil der Beute sichergestellt werden. Insgesamt war bei den über 80 Banküberfällen ein Schaden von 900 000 Euro entstanden. „Aufgrund der guten Zusammenarbeit mit den Behörden in Weißrussland konnten dort Hintermänner verhaftet werden“, so die deutsche Bilanz.

Im August 2010 wurde wegen der Überfall-Serie beim Polizeipräsidium Recklinghausen eine Ermittlungsgruppe eingerichtet, die zentral für das Land Nordrhein-Westfalen nach den Tätern fahndete. Insgesamt konnten 46 mutmaßliche Räuber identifiziert werden. Mehr als 30 sind verurteilt worden oder befinden sich in Untersuchungshaft.

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