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Drei Fragen an Markus Pabst

Artisten-Ausbildung als Lebensgefühl

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Herr Pabst, wie wird man Artist?

Markus Pabst, Varieté-Regisseur und Gründer der Berliner Artisten-Schmiede Base: Wenn junge Leute das ernsthaft betreiben möchten, gibt es für sie in Deutschland nicht so viele Wege: im Grunde nur die Staatliche Schule für Artistik oder aber die Privatschule Etage, beide in Berlin. Die Etage kostet aber etwas.

Und wie sieht es im Ausland aus?

Pabst: Es gibt in Kanada und Frankreich renommierte Artisten-Schulen, dort geht es aber erst ab 16 Jahren mit einer Aufnahmeprüfung los. Da kommt man nicht so einfach rein. Wer Technik bolzen und sich eine echte Tortur antun will, kann in der Ukraine lernen. Die Ausbildung zum Artisten ist ein Lebensgefühl, das muss man echt mögen.

Gesetzt den Fall, man hat die Ausbildung hinter sich und möchte nicht stehen bleiben, sondern sich weiterbilden - was dann?

Pabst: So jemand kann zu Base Berlin kommen, das ist ein Zusammenschluss kreativer Künstler. Der Hintergedanke vor fünf Jahren war, an einem Ort proben, trainieren und leben zu können. Herausgekommen ist eine Kreuzberger Hinterhof-WG auf 500 Quadratmetern mit zwei Tanzstudios. Für junge, talentierte und ausgebildete Akrobaten, Tänzer oder Schauspieler kann das ein Sprungbrett in die Varieté-Szene sein. Hier arbeiten sie gemeinsam mit Choreografen und Regisseuren unter professionellen Bedingungen erste Bühnennummern aus und sammeln praktische Erfahrungen. Base Berlin ist also so etwas wie ein Kreativen-Pool im weitesten Sinne und schließt für junge Leute die Lücke zwischen Artistenschule und dem ersten Engagement am Theater.

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