1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Asse - vom Salzbergwerk zum Atomendlager

  6. >

Asse - vom Salzbergwerk zum Atomendlager

wn

Wolfenbüttel - Die Schachtanlage Asse II bei Wolfenbüttel ist ein altes Bergwerk, in dem bereits seit 1906 Salze gewonnen wurden. Als die Grube 1965 unwirtschaftlich geworden war, erwarb die Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung (GSF) die Anlage im Auftrag der Bundesrepublik. Seit 1967 wurde die Möglichkeit der Endlagerung radioaktiver Stoffe erforscht. Bis 1978 wanderten 125 000 Behälter mit schwach- und 1300 mit mittelradioaktivem Müll unter die Erde – insgesamt 46 900 Kubikmeter. Die Asse war das weltweit erste unterirdische Lager für Atommüll.

1995 begann die in GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit umbenannte Gesellschaft damit, das Bergwerk zu verfüllen. Bis 2004 wurde Salz aus einem Kalibergwerk in die als besonders instabil geltende Südflanke gekippt. Bis 2014 soll das Bergwerk nach den umstrittenen Plänen der Betreiber mittels einer Magnesium-Lösung geflutet werden, da die Sicherheit Fachleuten zufolge danach nicht mehr gegeben ist. Kritiker fordern, den Müll zurückzuholen. Mittlerweile haben sich die Betreiber in Helmholtz Zentrum umbenannt.

Bislang sind 200 Millionen Euro in die Schließung des Bergwerks geflossen, zum Ende sollen es rund 800 Millionen Euro sein. Da Asse II als Forschungsbergwerk gilt, ist formal das Bundesministerium für Forschung und nicht der Bundesumweltminister zuständig. Die Forschungen sollten zeigen, ob Salzstöcke – wie auch in Gorleben - als Endlager für Atommüll dienen können.

Startseite