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WEIBERFASTNACHT IM RATHAUS

Astro-Show und Bürgermeister-TÜV

Rheine. Eine komplette Karnevalssitzung in sechseinhalb Minuten, eine Bürgermeisterin, die den Ententanz in Taucherflossen tanzt und ein grünes Süppchen, das völlig übergekocht ist – die Weiberfastnacht gestern im großen Ratssaal bot drei Stunden amüsante Unterhaltung mit Tänzen, Sketchen und satirischen Kommentaren zum politischen Geschehen im und um das Rathaus herum...

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Rheine. Eine komplette Karnevalssitzung in sechseinhalb Minuten, eine Bürgermeisterin, die den Ententanz in Taucherflossen tanzt und ein grünes Süppchen, das völlig übergekocht ist – die Weiberfastnacht gestern im großen Ratssaal bot drei Stunden amüsante Unterhaltung mit Tänzen, Sketchen und satirischen Kommentaren zum politischen Geschehen im und um das Rathaus herum.

„Wie viele Märchen sind in diesem Saal schon erzählt worden“, leitete Moderator Hubert Lammerding geschickt zum Motto des Abends „Märchenschloss Rathaus“ über. Assistiert wurde er in diesem Jahr erstmals nicht von Anita Heilemann – die ist bekanntlich KUR- und Stadtprinzessin und saß mit ihrem Mann Werner auf der Präsidiumsbank –, sondern von Heilemann-Töchterchen Carina, die gleich in doppelter Funkion als Co-Moderatorin und Aktive beim Märchen-Sketch der Rathaus-Azubis mitmachte. Für den Tusch an der richtigen (oder fast immer richtigen Stelle) sorgte wieder Franz-Josef Unger alias „Cheesy“, der im nächsten Jahr sein 30-jähriges Jubiläum als Rathaus-Karneval-Beschaller feiert.

Esoterisch ging es bei der Astro-Show von Wiebke Gehrke und Sigmar Schridde alias Wilma und Sandor zu. Sie lasen Rat suchenden anonymen Anrufern aus den Karten. Und Anfrufer gab es zur Gaudi des Publikums viele: Da ist Werner (Lütkemeier), der in finanzielle Turbulenzen geraten ist und ein riesiges Haushaltsloch zu stopfen hat. Da ist Günter (Strauch), der so gern Projekte aufzieht, aber immer wieder aufs nächste Jahr vertröstet wird. Da ist Georg (Beckmann), der mal Bürgermeister in Rheine werden wollte und den Menschen damals einen Bürgerbus versprochen hat, den er jetzt selbst fahren muss. Da ist Ute (Ehrenberg), die so weit weg vom Haus der Wahrheit ist und verzweifelt den Weg nach Licht und Harmonie sucht. Da ist Jan (Kuhlmann), der sich gefangen sieht im Ränkespiel weiblicher Machtpolitiker und dem Astroseherin Wiebke mit „Deine Zeit kommt noch, Jan“, tröstet. Und da sind Rainer (Ortel) und Michael (Reiske), die sich immer gegenseitig beschimpfen und derweil ihr grünes Süppchen völlig überkochen lassen.

Sehr unterhaltsam war frei nach Wilhelm Busch die Lausbubengeschichte von Janni (Jan Kuhlmann) und Manni (Manfred Janssen, Chef der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Rheine), die den Kollegen im Rathaus einen Streich nach dem anderen spielen. Sie haben nicht nur Tante Ute auf der Suche nach ihrem kaputten Kreuz im Kloster Bentlage zu Kreuze kriechen lassen, sondern auch Löcher ins Stadtsäckel geschnitten und um ein Haar den Baywatch-Turm an der Stadthalle in die Luft gesprengt. Leider rollten die Bomben dann aber in die Ems, wo sie einige Monate später von einem Taucher gefunden und geborgen wurden. (Man erinnert sich an die Bombenbergung aus der Ems im vergangenen Herbst). Als die beiden Lausbuben den armen Josef (Wilp) mit einem Defibrillator recht unsanft aus seinem Schläfchen in der Stadtratssitzung aufwecken, ist es um die beiden bösen Buben geschehen. Sie werden im Schredder auf dem Bauhof zu Hackschnitzeln verarbeitet. Mitwirkende dieses gelungenen Sketches waren Michael Wolters, Gaby Plake, Doris Stuckmann, Birgit Schumann, Ute Zimmer und Oliver Klöpper).

Die Überraschung des Abends war der Bürgermeister-TÜV der beiden KUR-Mitglieder Resi Wilpsbäumer und Elke Doerenkamp. Mit Taucherflossen an den Füßen musste die erste Bürgerin der Stadt den Ententanz tanzen und den Schneewalzer gurgeln, um Bodenhaftung und das offene Ohr für den Bürger unter Beweis zu stellen. Als Belohnung für die erfolgreiche TÜV-Abnahme darf sie beim Rosenmontagszug sogar auf dem Prinzenwagen mitfahren. Aber natürlich nur, wenn der Sturm aufs Rathaus am morgigen Samstag gelingt. Aber die Chancen für die Narren stehen ja traditionell nicht schlecht.

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