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Atom-Gegner kritisieren Uranexporte über Gronau nach Russland

Berlin/Gronau - Nach Recherchen der Anti-Atom-Bewegung „ausgestrahlt“ sind in den vergangenen Jahren große Mengen Atommüll über die Urananreicherungsanlage in Gronau illegal in Sibirien entsorgt worden. Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums bestätigte am Mittwoch in Berlin lediglich, dass Uran nach Russland gelangt sei. Es handele sich allerdings „definitiv nicht“ um...

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Gronau/Berlin - Nach Recherchen der Anti-Atom-Bewegung „ausgestrahlt“ sind in den vergangenen Jahren große Mengen Atommüll über die Urananreicherungsanlage in Gronau illegal in Sibirien entsorgt worden. Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums bestätigte am Mittwoch in Berlin lediglich, dass Uran nach Russland gelangt sei. Es handele sich allerdings „definitiv nicht“ um Atommüll oder eine illegale Entsorgung, sondern um abgereichertes Uran, das auf der Grundlage von Verträgen exportiert worden sei. Entsprechende Transporte sind bereits in einer Bundestagsdrucksache aus dem Jahr 2007 dokumentiert.

Die Organisation „ausgestrahlt“ beharrt jedoch darauf, dass es bei den Uranexporten nicht mit rechten Dingen zugegangen sei. Seit 1996 seien aus der Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau etwa 22.000 Tonnen der Uran-Fluor-Verbindung Uranhexafluorid nach Russland gelangt. Davon seien gerade einmal zehn Prozent als angereichertes Uran zurück nach Deutschland gebracht worden. Der Rest lagere seither in Russland - „in rostenden Behältern unter freiem Himmel“. Ein Sprecher von „ausgestrahlt“ sagte, die Anreicherung sei nur ein Vorwand, um einen Großteil des exportierten Urans loszuwerden. Wegen ähnlicher Vorwürfe war zuvor schon Frankreich ins Visier geraten.

Spiegel-Online berichtet, dass die Transporte nach Russland mittlerweile eingestellt worden seien. Das Altmaterial werde jetzt in Gronau zwischengelagert. Die Firma Urenco, die zu je einem Drittel der niederländischen und der britischen Regierung sowie den deutschen Energiekonzernen RWE und Eon gehört, betreibt dort Deutschlands einzige Urananreicherungsanlage.

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