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125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Ahlen

Auch ohne Feuer schwitzen

Christian Wolff

Ahlen / Zakher - Blauer Himmel und Sonne dauerhaft - davon können die Westfalen derzeit nur träumen. Zumindest dann, wenn sie gerade nicht im Urlaub weilen. Palmen und Strand sucht man hierzulande ebenfalls vergeblich. Für Klaus Strickmann gehören all diese Dinge längst zum Alltag.

Doch der Feuerwehrmann ist nicht zum Urlaub machen in Abu Dhabi, sondern zum arbeiten. Und bei Temperaturen bis an die 50 Grad Celsius kommt der Ahlener auch ohne Brandeinsatz ganz schön ins Schwitzen. „Ehrlich gesagt, schwitze ich momentan schon, wenn ich nur daran denke, in die Sonne zu gehen“, verrät der Ausgewanderte gegenüber der „Ahlener Zeitung“. Kurz nach der Jahreswende ließ er sich von Wehrführer Walter Wolf auf eigenen Wunsch beurlauben - und trat bereits Mitte März seinen Dienst bei der „Wüstenlöschpolizei“ im Emirat Abu Dhabi als sogenannter Training-Manager der Wache Zakher an (die „AZ“ berichtete). Das war die Verwirklichung eines Traumes, erinnert sich der Brandschützer.

Inzwischen ist Klaus Strickmann mit den gelben Feuerwehrfahrzeugen genauso gut vertraut wie mit den roten in Deutschland. Die anderen Kameraden, die unter anderem aus Deutschland und Österreich stammen, sind inzwischen zu seiner neuen Familie geworden.

„Kleinere Einsätze wie Brände von Müllcontainern, Müllhalden, Pkw oder sonstigem Kleinkram, gehören hier zum Tagesgeschäft“, berichtet er. Interessanter sind da schon die jüngsten Einsätze, die sein Arbeitgeber Profinet unter folgenden Schlagworten im Protokoll festgehalten hat: „Feuerinferno im Ferienparadies“, „Serie schwerer Verkehrsunfälle“ oder „Außergewöhnlicher Einsatz der Wache Zakher - Person klemmt im Abwasserschacht“. Besuch aus der Wersestadt ist bei Klaus Strickmann übrigens immer willkommen. So war zu Pfingsten Freundin Sanne zu Gast. „Ich habe viel mit ihr unternommen. Sie hat es genossen und wollte am liebsten hierbleiben“, so Strickmann. Aber das Versprechen, bald wiederzukommen und der kurze Draht übers Internet helfen über die Trennung hinweg.

In diesen Tagen weilte auch Strickmanns Schwiegersohn Peter Niemietz, selbst bei der Ahlener Feuerwehr beschäftigt, in der Wüstenregion. „Ich habe ihn jetzt nach zehn Tagen Besuch wieder in den Flieger nach Hause zu seiner Familie geschickt“, sagt Strickmann und hofft, dass in seiner alten Heimat unterdessen „alles beim Alten“ ist.

„Ich schicke euch den Sonnenschein“, schließt er und sendet auf diesem Wege die besten Grüße in die Wersestadt - „Inschalah“.

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