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Auf dem Prüfstand: 280 Mitarbeiter kämpfen um ihre Karstadt-Filiale

Gabriele Hillmoth

Münster - Mitarbeiter und Geschäftsleitung kämpfen um Karstadt. „Karstadt ist Arbeitgeber für 280 Menschen und deren Familien“, betonten Münsters Karstadt-Chef Thomas du Buy und der Betriebsratsvorsitzende des münsterischen Hauses, Peter Frohwerk. Mehr noch, zählten sie alle Partnerfirmen dazu, sei von 400 Beschäftigten am Standort Münster die Rede.

Hintergrund der Aktion im gesamten Warenhauskonzern sind Gespräche über staatliche Bürgschaften und das bevorstehende Auslaufen der Kredite. Drehten die Banken dem Karstadt-Mutterkonzern Arcandor zum 30. Juni den Geldhahn zu und stimmten einer Verlängerung der Kredite über 650 Millionen Euro sowie weiterer 900 Millionen Euro für die kommenden fünf Jahre nicht zu, dann seien alle Karstadt-Häuser in Gefahr, betonte Thomas du Buy. Auch Karstadt Münster, ein Haus, das innerhalb der Warenhausgruppe als umsatzstark gilt, das im September ein neues Sporthaus mit einem Investitionsvolumen von vier Millionen Euro eröffnen möchte und über Investitionen im sechsstelligen Bereich im Haus spricht. Der Geschäftsführer der münsterischen Filiale hofft, dass es nicht so weit kommen wird.

Ziel der Aktion sei es darum, Kunden und Politiker um Unterstützung zu bitten. Aus diesem Anlass hat der Gesamtbetriebsrat alle 30 000 Mitarbeiter zu einer Unterschriftenaktion aufgefordert.

Mit „Meine Stimme für Karstadt Münster“ kämpft Peter Frohwerk mit seinem Team vom Betriebsrat in Münster für den Erhalt des Standortes. Gemeinsam mit Thomas du Buy macht er positive Stimmung für das Warenhaus, das in seinem Format zukunftsfähig sei, so der Geschäftsführer . Karstadt, sagte du Buy, will sich in der Mitte profilieren - zwischen C&A und Peek & Cloppenburg.

Die Stimmung im Haus sei sehr bedrückt, beschrieb Peter Frohwerk die Lage. Seit dem vergangenen Jahr trage die Belegschaft mit einem Gehaltsverzicht von sieben bis zwölf Prozent zur Sanierung bei, die leitenden Angestellten, die Direktion selbst sowie der Vorstand sind mit Gehaltskürzungen zwischen 12,5 und 30 Prozent beteiligt. Bis 2011, so schreibt es das zukunftspaket vor, müssen 77 Millionen eingespart werden. Dafür, sei kein Personalabbau vorgesehen, fügte du Buy hinzu. Und sollte Karstadt tatsächlich schließen müssen, gab er zu bedenken, dann wirke sich dies auf andere Geschäfte aus.

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