1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Auf dem Zielstrich abgefangen

  6. >

Archiv

Auf dem Zielstrich abgefangen

wn

Münster. Nein, für schwache Nerven war das Spitzenspiel in der Damenvolleyball-Oberliga wahrlich nichts. Es hatte schon etwas von einem Krimi, was die Drittvertretung des USC Münster und der TV Detmold den 250 Zuschauern gestern im Volleydome am Berg Fidel boten. Spektakuläre Punkte, beeindruckende Abwehraktionen und besonders die zahlreichen Wendungen sorgten dafür, dass keine Zeit für eine Atempause blieb.

Nach zwei Stunden und vier Minuten war das hochklassige Spiel dann entschieden. Der USC unterlag unglücklich und denkbar knapp mit 2:3 (25:23, 25:23, 23:25, 15:25, 13:15) gegen den Tabellenführer aus Detmold. Und das sorgte für große Enttäuschung im Lager der Unabhängigen. Denn lange Zeit hatte es so ausgesehen, als ob das Team von Til Kittel das Spielfeld als Sieger verlassen würde.

Nach einer 2:0-Satzführung dominierte der Hausherr Gegner und Spiel. 13:4 hieß es schnell im dritten Durchgang und so deutete eigentlich alles auf einen überraschend glatten Erfolg der Gastgeberinnen hin. Doch dann verlor das Team um Libera Kerstin Werchner für einen kurzen Moment die Konzentration und brachte Detmold mit einigen leichten Fehlern unverhofft wieder zurück ins Spiel.

Mit fatalen Folgen: Denn für den in dieser Spielzeit noch ungeschlagenen Tabellenführer aus Detmold war das wohl der Startschuss zur großen Aufholjagd. Punkt um Punkt holten sie auf und entschieden den schon fast verlorenen Satz letztlich noch für sich. Die Wende, wusste auch Kittel: „So eine klare Führung darf man einfach nicht mehr verspielen. Da haben wir mal einen Gang runter geschaltet und das darf man sich, wie man gesehen hat, gegen so einen starken Gegner nicht erlauben.“

Dieser nutzte im vierten Durchgang eiskalt das gewonnene Oberwasser und entschied diesen gegen die niedergeschlagen wirkenden USC-Spielerinnen deutlich für sich. Und so ging es in den Tiebreak, wo das Kittel-Team zurückkam und wieder den besseren Start erwischte. Bei einer 8:4-Führung für den USC tauschten die Kontrahentinnen die Seiten und erneut sah es so aus, als ob die Mannschaft um die starke Maike Herrmann das Spiel für sich entscheiden könnte. Doch wie schon im dritten Satz bewiesen die Gäste hervorragende Moral und rissen das Ruder rum.

Mit ihrem zweiten Matchball beendeten sie dann beim Spielstand von 13:14 das Spiel und wohl auch den Kampf um die Meisterschaft. Bei vier Punkten Vorsprung und dem besseren direkten Vergleich müsste schon einiges passieren, damit der USC noch einmal ins Titelrennen eingreifen kann, weiß auch Kittel: „Ganz ehrlich gesagt, gehe ich nicht mehr davon aus, dass Detmold sich das noch nehmen lässt.“

Startseite