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Auf den letzten Drücker

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Bei wichtigen Fragen gibts das auch in der Familie: Man überlegt hin und her. Am Ende wird die Zeit knapp. Die Sache muss geklärt werden. So eine Entscheidung auf den letzten Drücker fällte die deutsche Regierung zum Autobauer Opel. Der Hersteller steckt seit Monaten in der Klemme. Die Politiker stimmten nun über Pfingsten für einen Rettungsplan, bei dem der Autoteile- Hersteller Magna mit Helfern aus Russland große Teile von Opel übernimmt. Der deutsche Staat gibt unter anderem viel Geld als Kredit dazu. Die US-Regierung musste auch zustimmen, denn Opel gehörte bisher zum US-Konzern General Motors - kurz: GM.

Die Sache war so wichtig, dass Kanzlerin Angela Merkel vor der Entscheidung in Berlin sogar mit US-Präsident Barack Obama telefonierte. Denn auch die US-Besitzer von Opel werden einen Teil des Unternehmens behalten. Weitere Anteile sollen an Opel-Händler und Mitarbeiter gehen.

Kanzlerin Merkel will das Staatsgeld lockermachen, weil viele Angst um die Jobs bei Opel haben. Für den Autobauer arbeiten bei uns mehr als 25 000 Menschen. Auch die neuen Chefs von Magna sagen aber: Einige der Jobs - etwa 2500 Stellen - dürften wohl in Zukunft wegfallen. Denn das Unternehmen muss umgebaut werden, damit es gesund wird. Opel hatte zuletzt zu wenig Autos verkauft. Außerdem besaß der Besitzer GM in den USA kein Geld mehr. Deshalb soll auch GM jetzt mit Hilfe des US-Staates umgekrempelt werden. Das wurde gestern beschlossen.

In Deutschland meinen viele Auto-Fachleute, dass Magna ein guter Partner für den Neuaufbau von Opel sein könnte. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg jedoch war mit der Entscheidung seiner Regierung nicht zufrieden: Er hatte gehofft, dass die Wirtschaft Opel selbst rettet - ohne dass der Staat viel Geld und andere Hilfen geben muss.

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