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Auffahrunfall: 72-jähriger Unfallfahrer war Opfer - Polizei entschuldigt sich

Münster-Kinderhaus - Ungebremst fuhr am Freitagmittag an der Kreuzung Grevener-/Kristiansandstraße in Münster-Kinderhaus ein 73-jähriger Autofahrer auf ein an einer roten Ampel wartenden Wagen auf. Bei dem Unfall wurden der Senior und die 52-jährige Fahrerin des anderen Fahrzeugs schwer verletzt. Die Frau befand sich mit ihrem Auto auf der Grevener Straße in Richtung Innenstadt...

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Münster-Kinderhaus - Der 72-jährige vermeintliche Unfallfahrer, der am Freitagmittag an der Kreuzung Grevener-/Kristiansandstraße in Münster-Kinderhaus einen Unfall verursacht haben soll, widerspricht der Polizeidarstellung vehement. Nicht er sei ungebremst aufgefahren, sondern die 52-jährige Fahrerin des silbernen Toyotas, sagte er in einem Telefonat mit der -Redaktion. Beide Unfallbeteiligte waren schwer verletzt worden.

In der Original-Polizeimeldung heißt es: "Schwer verletzt wurden zwei PKW-Fahrer bei einem Auffahrunfall am Freitag gegen 12.50 Uhr an der Kreuzung Grevener-/Kristiansandstraße. Eine 52-jährige PKW-Fahrerin stand mit ihrem Fahrzeug bei "Rot" auf der Grevener Straße in Richtung Innenstadt, als plötzlich ein 73-jähriger Fahrzeugführer, ebenfalls aus Münster, vermutlich aus Unachtsamkeit und nach Angaben von Zeugen ungebremst auf das wartende Fahrzeug auffuhr. Aufgrund des harten Aufpralls wurde der PKW in den Kreuzungsbersich geschoben und kam dort zum Stillstand."

"Es war genau andersherum", erzählte der 72-Jährige, der seit dem Unfall mit schweren Verletzungen am Bein und leichteren Blessuren am Kopf im Krankenhaus behandelt wird. Die 52-Jährige sei "mit voller Wucht" in seinen Wagen reingerast, während er bei Rot an der Ampel gewartet und sogar geblinkt habe. "Da gibt es überhaupt nichts dran zu drehen." Einen Beweis hat der Kinderhauser auch: Er sei der Fahrer des Chrysler Voyager mit Schäden am Heck, die 52-Jährige die Fahrerin des silbernen Toyotas, der seit dem Unfall schwere Schäden an der Motorhaube aufweist (Foto).

"Für den Unfall gibt es drei Zeugen", berichtet der 72-Jährige weiter. Warum die Polizei den Fall nun andersherum schildere, könne er sich nicht erklären. Seine Frau sei sogar noch auf der Wache gewesen, um den Hergang zu klären. Er sammele jetzt möglichst viele Beweise, um sich rechtlich abzusichern und weitere Schritte einzuleiten. Er fahre seit Hunderttausenden von Kilometern unfallfrei.

Wolfgang Vollmar vom Polizeipräsidium Münster räumte diesen Fehler auf -Nachfrage umgehend ein. "Ja, es war genau andersherum. Sie haben recht, und der Mann hat auch recht", sagte er bei erneuter Durchsicht der Anzeige. Er nehme umgehend Kontakt mit dem 72-Jährigen auf, um sich bei ihm persönlich für die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen.

Kleines Detail am Rande: Warum die Polizei den 72-Jährigen ein Jahr älter mache, konnte sich der Rentner nicht erklären. Er feiere seinen 73. Geburtstag erst im August.

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