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Verärgerung über Portokosten

Aufreger überschatten Start der Volkszählung

Andreas Fier

Münster/Düsseldorf - Pünktlich zum Beginn der ersten Volkszählung seit 24 Jahren kochen die Gemüter. Grund ist allerdings nicht die persönliche Befragung von rund 7,9 Millionen ausgewählten Haushalten, sondern der Fragebogen, den die Statistiker an alle Grundstücks- und Wohnungseigentümer verschicken.

Hausbesitzer sollen das Formular ausfüllen und den Rückumschlag ausreichend frankieren. Kostenpunkt: 1,45 Euro. Viele Bürger haben den Bogen zudem offenbar mehrfach zugeschickt bekommen - in einigen Fällen bis zu vier Mal.

Beim Statistischen Landesamt in Düsseldorf ist der Unmut der Bürger bereits angekommen. Die Rechtslage sei jedoch eindeutig, sagt Sprecher Leo Krüll. „Nach dem Bundesstatistikgesetz sind die Bürger verpflichtet, den Umschlag ausreichend zu frankieren.“ Während die Mehrheit der Bürger offenbar ordnungsgemäß Auskunft gibt, hört für viele Befragte beim Geld der Spaß auf. Zigtausend Umschläge sind bereits unfrankiert eingeworfen worden. Befördert werden die Bögen dennoch, betont Post-Sprecher Achim Gahr. „Uns ist es egal, ob frankiert oder nicht frankiert.“

Die Statistiker haben zudem vorgesorgt und ihre Rückumschläge mit dem Aufdruck „Antwort“ versehen, der von Großempfängern auch bei Gewinnspielen verwendet wird. Damit wird sichergestellt, dass die Bögen notfalls auch unfrankiert befördert werden. Das Porto muss der Empfänger zahlen. Statistikamt-Sprecher Krüll wirbt jedoch um Kooperation. „Wir sind eine Behörde. Im Endeffekt zahlt der Steuerzahler.“

Die Statistiker gaben sich am Montagn zum Auftakt des Zensus optimistisch. „Wir rechnen nicht mit einem Widerstand“, so der Präsident des Statistischen Bundesamts, Roderich Egeler. Bei der Zählung in den 80er Jahren hatte es noch eine breite Protestbewegung gegeben. Egeler betonte, die Daten der Bürger seien sicher. Aufgrund des sogenannten Rückspielverbots dürfen keine Daten an Behörden weitergegeben werden. Wer beispielsweise seinen Wohnsitz nicht umgemeldet hat, läuft nicht Gefahr, Ärger mit dem Einwohnermeldeamt zu bekommen.

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