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Aufstand der Außenseiter

Wilfried Sprenger

Münster. In der Volleyball-Bundesliga der Frauen begehren die Außenseiter auf und lehren die Favoriten das Fürchten. Zwei aktuelle Beispiele: Am Samstag legte Bayer Leverkusen Spitzenreiter Schwerin aufs Kreuz. Fast zeitgleich verlor der Tabellenzweite Wiesbaden beim Köpenicker SC.

Nach dem 2:3 (25:22, 23:25, 21:25, 27:25, 8:15) in Leverkusen hatte SSC-Trainer Tore Aleksandersen einen ziemlich dicken Hals. Während die Mannschaft nach Spielschluss mit leeren Gesichtern auf dem Hallenboden saß, stapfte der Norweger mitten durch den Pulk seiner Schützlinge, ohne diese eines Blickes zu würdigen. „Wir können so ein Spiel nicht gewinnen, wenn nur zwei Spielerinnen kämpfen und der Rest rumsteht“, ärgerte sich Aleksandersen über die unglückliche Niederlage. Derweil versammelten sich Bayers Frauen zum ausgelassenen Freudentanz. Nach dem kapitalen 0:10-Fehlstart in die Saison gelang ihnen gegen Schwerin der sechste Sieg in Serie.

Viele Gründe zur Freude hat in diesen Tagen auch der Köpenicker SC. Trainer Alberto Salomoni spricht sogar von einem Wunder. Wunderbar jedenfalls fühlte sich die junge Berliner Mannschaft mit einem Altersdurchschnitt von nur 20,8 Jahren nach dem 3:1 (25:22, 25:10, 20:25, 25:22) gegen den VC Wiesbaden. Überragend spielte wieder einmal die erst 16-jährige Saskia Hippe. „Sie ist ein Rohdiamant“, erklärte Salomoni.

Sein Gegenüber auf Wiesbadener Seite, Luis Ferradas, nahm die eigene Mannschaft nach der dritten Saisonniederlage ausdrücklich in Schutz. Kritik übte der Argentinier vielmehr am Spielplan, der den Spielerinnen alles abverlange. „Die Belastung ist gigantisch. Alle zwei Wochen ein Doppelspieltag, das wäre okay. Aber nicht drei, vier Wochen hintereinander“, sagte Ferradas.

Von der Niederlage der Hessinnen profitierte Vilsbiburg. Die Roten Raben bezwangen den VfB Suhl nach großem Kampf 3:2 (25:19, 23:25, 23:25, 25:15, 15:12) und schoben sich im Klassement wieder auf den zweiten Platz vor. Beide Teams stehen sich am 28. Dezember an gleicher Stätte erneut gegenüber; dann im Halbfinale des DVV-Pokals.

Auf internationaler Ebene war am Wochenende der Deutsche Meister Dresdner SC unterwegs. Die Sachsen gewannen das Hinspiel der zweiten Runde im Challenge Cup beim spanischen Vertreter Universidad Burgos 3:1. Damit haben die Schützlinge von Trainer Arnd Ludwig glänzende Aussichten auf den Einzug ins Achtelfinale.

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