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"Burlesque"

Aufsteiger-Märchen von der Stange

Gian-Philip Andreas

Bei Mariah Carey ging es schief, bei Britney Spears auch. Jetzt hat es Christina Aguilera erwischt: Ihr Kinodebüt klemmt, und das, nachdem auch die Pop-Karriere der 30-jährigen Halb-Ecuadorianerin zuletzt ins Schlingern geraten war. Ihr Album „Bionic“ zog jüngst gegen Lady Gaga und Shakiras Waka-Waka-Hüftschwenk-Show den Kürzeren.

Sony allerdings ließ für seine Hauskünstlerin ein passgenaues Star-Vehikel zusammenbauen - und sie PR-gewieft von Cher flankieren, die als weißgepuderte Wagenknochen-Maske routiniert ihr Charisma verwaltet.

Aguilera aber bleibt ungreifbar: Während sie sich für den hier geschmetterten Song „Bound to You“ jüngst eine „Golden Globe“-Nominierung einhandelte, lässt sich ihr darstellerisches Potenzial nicht wirklich ermessen.

Daran ist die Regie des Langfilm-Debütanten Steve Antin schuld: Er vergräbt den Film und seine Geschichte in einem hyperschnell montierten Stakkato-Bildersalat, der mehr an eine Videoclip-Parade erinnert als an jene dramatische Geschichte, die er eigentlich, glaubt man zumindest, erzählen möchte.

Da kommt ein Landei namens Ali (Aguilera) in die große Stadt (Los Angeles), heuert am Sunset Boulevard im Cabaret einer tanzenden Chanteuse (Cher) an und mausert sich gewieft von der Kellnerin zur Star-Sängerin empor.

Ein smarter Barkeeper säumt ihren Weg, ein schmeichelnder Investor ebenso, Konkurrentinnen (darunter „Gossip Girl“ Kristen Bell) werden beinschwingend ausgeschaltet, dann auch der Investor. Stanley Tucci legt seinen Part als flamboyanter Schwuler aus „Der Teufel trägt Prada“ wieder auf und gibt den Bühnenmanager, der Ali den Weg nach oben weist.

Nichts Neues also in diesem durchkalkulierten Aufsteiger-Märchen von der Stange, das mit der unkeuschen Lasterhaftigkeit des „Burlesque“-Tanzes hausieren geht, aber jederzeit jugend-, rauch- und staubfrei bleibt.

Züchtige Verruchtheit, das konnte ja nur enttäuschen. Und der größte Trumpf, die Show-Einlagen, werden zu allem Unglück in Antins Schnittgewitter erledigt. Cher darf übrigens vertragsgemäß zweimal singen, der Rest ist Pustekuchen für Fans.

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