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USC Münster

Auftakt mit Aussetzern

Ansgar Griebel

Münster. „Wenn man sie ins Rollen bringt, dann ist für diese junge Mannschaft Vieles möglich.“ Dieses Zitat von USC-Trainer Axel Büring über seine eigene Mannschaft stammt noch aus der Vorbereitungszeit. Inzwischen ist die Volleyball-Saison zwei Spieltage alt und die Einschätzung des Trainers ist trotz zweier siegloser Spiele und der 1:3 (29:27, 15:25, 17:25, 15:25)-Niederlage gestern im ersten Heimspiel der Saison gegen den VfB Suhl immer noch gültig, bedarf aber aus aktuellem Anlass dringend einer kleinen Ergänzung. Denn, wenn es beim USC nicht mehr rollt, dann kann die junge Truppe auch gehörig unter die Räder kommen.

Gestern rollte der USC-Express exakt 35 Minuten, lieferte dem Meisterschaftsdritten des Vorjahres vor 1800 Zuschauern einen begeisternden Kampf und verwandelte nach zwei abgewehrten Satzbällen des Gegners den eigenen dritten zum 29:27-Satzerfolg. So weit, so gut – was folgte, war eine Vollbremsung des USC und eine recht einseitige Volleyball-Demonstration des VfB Suhl, dem der USC leider nur zu selten ernsthaft etwas entgegenzusetzen hatte.

Dennoch deutete der USC vor allem im ersten Durchgang, aber auch in kurzen Phasen der drei folgenden Sätze sein zweifellos vorhandenes Potenzial an. „Unsere Aufgabe ist es, dieses Potenzial jetzt zu fördern, und Konstanz in das Spiel zu bringen“, umschreibt Axel Büring sein Hauptarbeitsfeld in den kommenden Wochen und Monaten. „Ich gebe meiner Mannschaft die Zeit, die sie braucht. Wer mich fragt, was in den Sätzen zwei bis vier passiert ist, der muss mir erstmal erklären, was in Satz eins los war“, weiß Büring, dass die Qualitätsschwankungen im USC-Spiel derzeit noch extrem sind. Allerdings habe auch „ein sehr stark spielender Gegner“ seinen entscheidenden Teil zur Entwicklung der Partie beigetragen. „Suhl hat sich nach dem ersten Satz sehr gut auf unser System eingestellt und ein sehr gutes Spiel gemacht“, lobte Büring die Gäste. Trainer-Kollege Han Abbing vom VfB Suhl freute sich verständlicherweise über den ersten Saisonsieg, hatte aber auch für den Gegner nicht nur als Höflichkeitsformel lobende Worte parat. „Ich muss Münster ein Kompliment machen“, würdigte der 46-Jährige vor allem den couragierten Auftritt der Münsteranerinnen zu Beginn des Spiels. „Was die junge Mannschaft da gezeigt hat, war sehr gut. Wir haben dem USC viel an Erfahrung voraus, dennoch konnten sie den ersten Satz gewinnen. Anschließend hat unsere Routine uns geholfen, das Match zu gewinnen.“ Tatsächlich ließen die Suhlerinnen am Ende nichts mehr anbrennen, sorgten jeweils früh in den Sätzen für klare Führungen, denen der USC vergeblich nachlief. Immer, wenn die USC-Fans sich von ihren Sitzplätzen erhoben, konnten die Gästeanhänger den Aufstand auf der Tribüne locker aussitzen, weil den guten Ansätzen im USC-Spiel die Nachhaltigkeit fehlte, um den Suhler Siegeszug noch zu bremsen.

Axel Büring setzte im Laufe des Spiels alle zwölf Spielerinnen ein, musste auf die grippekranke Johanna Barg verzichten, konnte auf die rechtzeitig genesenen Anika Brinkmann und Tatjana Zautys zurückgreifen und gönnte auch allen Neuzugängen ihre Einsatzzeiten. „Für sie ist es sehr schwierig, sie kommen aus einer anderen Volleyball-Kultur", so Büring über Gwendolin Horemans, Karolien Verstrepen und Tasia Ryschkowa. Für sie gelte das gleiche, wie für die ganze Mannschaft: „Ich habe Vertrauen in sie, aber sie brauchen ihre Zeit.“

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