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Auftragsflaute am Bau im Münsterland

Münster - Die Wirtschaftskrise hat die münsterländische Bauindustrie voll erwischt. Der Auftragseingang der Betriebe sackte im ersten Halbjahr 2009 um über 21 Prozent auf nur noch 486 Millionen ab. „Das ist auch im Vergleich zu den Zahlen in NRW und...

Jürgen Stilling

Münster - Die Wirtschaftskrise hat die münsterländische Bauindustrie voll erwischt. Der Auftragseingang der Betriebe sackte im ersten Halbjahr 2009 um über 21 Prozent auf nur noch 486 Millionen € ab.

„Das ist auch im Vergleich zu den Zahlen in NRW und im Bund ein besonders drastischer Einbruch“, betonte Theo Reddemann, Vorsitzender des Bezirks Münster im Bauindustrieverband Nordrhein-Westfalen, am Dienstag in Münster. Für Nordrhein-Westfalen meldet die Branche ein Auftragsminus von 16, im Bund von lediglich 8,3 Prozent.

Dramatisch war der Einbruch in der Region vor allem im Wirtschafts- und im Straßenbau, wo die Aufträge um 37,4 Prozent auf 185 Millionen € bzw. 43,2 Prozent auf 66 Millionen € fielen. Der Umsatz der münsterländischen Unternehmen gab in den ersten sechs Monaten um 12,5 Prozent auf nur noch 807 Millionen € nach.

Erstaunlich ist angesichts dieser Daten, dass die Zahl der Mitarbeiter in der Region mit knapp 16 000 stabil geblieben ist. Zwei Gründe gibt es für diesen Trend: Reddemann nannte zum einen die hohen Auftragsbestände des Vorjahres.

Zum zweiten erklärte Stefanie Schäfer von Schäfer- Bauten in Ibbenbüren, die Arbeitskreis-Mitglied des Verbandes ist: „Wir haben in den vergangenen Jahren unser Personal schon stark reduziert – mehr geht nicht.“

Reddemann beklagte, dass die staatlichen Konjunktur-Programme bei den Bauindustrie-Firmen nicht ankommen. Stärker profitiere das Bau-Handwerk von diesen Hilfen, hieß es. Reddemann forderte, das Personal in den Straßenbau-Verwaltungen aufzustocken. „Nur so können Projekte schneller umgesetzt werden.“ Insgesamt wünscht sich Reddemann einen konstanten Geldfluss in den Straßenbau: „Die Investitionen in den Straßenbau müssen unbedingt verstetigt werden.“

In der Bauindustrie fehlen nach wie vor Ingenieure. Zwar sei die Zahl der Studienanfänger zum Wintersemester 2008/09 um 1500 auf 7500 gestiegen. Dennoch habe es zuletzt lediglich 3150 Absolventen gegeben. „Benötigt werden aber jährlich 4500“, so Reddemann.

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