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X-Men - Erste Entscheidung

Avanti Mutanti!

Die Nazis mal wieder. Wie in etlichen Filmen, die auf mehr oder minder fantasievolle Art Zeitgeschichte in spannende Geschichten verwandeln, stehen die Herren der KZs am Anfang von „X-Men - ­­Erste Entscheidung“. Als vitales, humorvolles und mit effektiver Action geladenes Spektakel glänzt das Reboot der Mutanten-Saga mit prächtig aufgelegten, jungen Schauspielern, guten...

Hans Gerhold

Die Nazis mal wieder. Wie in etlichen Filmen, die auf mehr oder minder fantasievolle Art Zeitgeschichte in spannende Geschichten verwandeln, stehen die Herren der KZs am Anfang von „X-Men - ­­Erste Entscheidung“. Als vitales, humorvolles und mit effektiver Action geladenes Spektakel glänzt das Reboot der Mutanten-Saga mit prächtig aufgelegten, jungen Schauspielern, guten Dialogen, ernsthaften Toleranzdiskussionen - und der Story um Hintergründe der Kubakrise. Wie es Christopher Nolan mit „Batman“ und J.J. Abrams mit „Star Trek“ tat, wird auch diesem Franchise überzeugend neues Leben eingehaucht. Dabei umspannt der Film 40 Jahre. 1944 wird Erik Lehnsherr im KZ vom sadistischen Nazi Schmidt (Kevin Bacon) auf seine Kräfte getestet. Charles Xavier wächst auf dem Schloss der Eltern heran und nimmt Raven auf. 1962 kreuzen sich die Lebenswege, als Schmidt, jetzt Sebastian Shaw, einen Weltkrieg entfesseln will und Amerikaner und Russen aufeinanderhetzt. Xavier (James McAvoy), Raven (Jennifer Lawrence) und Erik (Michael Fassbender) formieren die X-Men, die - anfangs im Dienst der CIA - die atomare Katastrophe verhindern wollen. Die reale Kubakrise, deren bekannter Ausgang die Spannung nicht mindert, dient als Hintergrund für die Mutanten, die Entscheidungen hinsichtlich ihrer Loyalitäten treffen müssen. Stellen sie sich auf die Seite von Shaws „Herrenrasse“, zu Xaviers Kollektiv von Genies, oder stehen sie dem von Rache getriebenen Erik bei? Im packenden Finale werden Fronten geklärt und Namen (Professor X, Magneto, Mystique und Beast) erklärt. Die Actioneffekte sind, auch ohne 3D, von ausgesuchter Qualität. Bestens sind die Charakterisierungen. James McAvoy („Der letzte König von Schottland“) ist souveräner Gedankenleser und -lenker, Fassbender („Inglourious Basterds“) ein tragischer, zerrissener Held, Bacon ein illus­trer Böser, January Jones („Mad Men“) die attraktive, diamantene Emma Frost, und Jennifer Lawrence („Winters Bone“) als Gestaltwandlerin Mystique ein echter Blickfang - auch in Blau. Dass etliche Szenen einen coolen James-Bond-Look (passend zur Zeit des aufgeheizten Kalten Krieges) aufweisen, trägt zu den visuellen Reizen der neuen „X-Men“-Generation vortrefflich bei. Superschurken und gespaltene Superhelden im Superdesign.

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