1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Backstage bei DSDS: Gepudert und gefeiert

  6. >

Lenz Thema

Backstage bei DSDS: Gepudert und gefeiert

wn

<1>Annemarie Eilfeld liegt ganz entspannt in ihrem Schminkstuhl. Zickig wirkt sie nicht. „Ich bin erst kurz vor unserer Abfahrt um 12 Uhr aufgestanden. Zurechtgemacht werde ich ja sowieso hier. Aber das ist schon hart, weil ich gestern noch bis spät abends meine Choreografie geübt habe“, sagt die 18-Jährige und blickt noch etwas müde in den grell beleuchteten Spiegel.

<2>Wenn Deutschland samstags um 20.15 Uhr den Fernseher einschaltet, um bei „DSDS“ dabei zu sein, liegt bereits eine harte Woche hinter den Kandidaten. Allein am Samstag beginnt ihr Arbeitstag schon acht Stunden vor der eigentlichen Show. So lange dauern die finalen Vorbereitungen für die Sendung. Zwei Stunden in der Maske müssen reichen, um alle Titelanwärter bühnentauglich zu machen. Es wird geschminkt, gesprüht und gestylt, was das Zeug hält. Selten fummelt nur eine Hand an Haaren oder Outfit herum. Insgesamt kümmern sich zwölf Stylisten um Annemarie, Daniel, Sarah und Dominik, die verbliebenen vier Kandidaten.

<3>Jeder Kandidat hat nun ein letztes Mal die Chance, seine Performance zu perfektionieren und seine Wirkung auf das Publikum zu testen. Bis auf ein paar Kleinigkeiten verläuft der letzte Durchgang aber fast wie die spätere Live-Show. Marco Schreyl moderiert – vorerst ohne Gel in den Haaren. Auch seine sonst so edlen Showmaster-Jacketts werden wohl noch hinter der Bühne gelüftet. Stattdessen trägt er lässig Jeans, T-Shirt und Pullunder. Seit der dritten Staffel ist er dabei, und diese Routine merkt man ihm auch an. Als die Kandidaten zum ersten Mal die Bühne betreten und das junge Publikum dies kreischend würdigt, kommentiert er flapsig: „Bitte nicht so laut, der Onkel Schreyl hat nicht so viel geschlafen letzte Nacht.“

Die echte Jury ist in der Probe noch nicht anwesend. Am Tag der Show bekommen die Jurymitglieder lediglich eine Liste mit den Songs, die gesungen werden. Auf Kommentare müssen die Kandidaten aber nicht verzichten. Nur kommen die von drei Kids, die als Lichtdoubles für Dieter & Co. am Jurypult sitzen.

Während die Fast-Superstars zwei Stunden vor der Show noch etwas essen und ein letztes Mal zur Ruhe kommen, füllt sich eine Etage unter ihnen das Studiofoyer mit Familienangehörigen und Fans. Unterdessen legt Annemarie legt ihr Handy nicht aus der Hand: „Vor der Sendung schreibe ich immer SMS mit meinem Papa. Wir sehen uns ja meistens erst dann, wenn ich auf der Bühne stehe.“ Es ist eben hart, was die Kandidaten von „Deutschland sucht den Superstar“ auf sich nehmen, aber es ist ihr Traum. Und für den bekommen sie gleich noch ein letztes Mal vor der Show die Nase gepudert.

Startseite